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        <title>Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands</title>
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            <forname>Adolf</forname>
            <surname>Held</surname>
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      <div>Zweites Capitel. . 
Entartung des Mercantilsystems. 
8 1. Das Mercantilsystem. 
Die Handwerksordnung, wie sie namentlich in der Gesetz- 
gebung der Elisabeth verkörpert war, zeigt sich im 18. Jahr- 
hundert unbedingt im Absterben und Verfall. Es wird aller- 
dings in praktischen Kreisen noch nicht stark für ihre prin- 
cipielle Abschaffung agitirt, ja es wird theilweise mit Leiden- 
schaft für ihre Wiederbelebung gekämpft. Aber die Agi- 
tationen gegen diese Ordnung sind nur deshalb so schwach, 
weil sie ein kräftiges Leben nicht mehr hat und die Kämpfe 
für ihre Wiederbelebung sind fruchtlose Versuche, welche aus 
wenig überlegter Empfindung der Noth hervorgehen, 
Anders steht es mit den Schutzzöllen, den Navigations- 
gesetzen und den damit zusammenhängenden Maassregeln, 
welche die moderne Staatsgewalt zur Begünstigung und Reg- 
lung des grossen Handels und des modernen Manufaeturbetriebs 
eingeführt hatte. Diese Einrichtungen standen gerade im 
18. Jahrhundert in vollster Blüthe und wenn die Literatur, 
wenn moderne Freiheitsideen bereits dagegen kämpften, SO 
dachte doch die Gesetzgebung nicht an ihre Abschaffung. Die 
Betheiligten verlangten sie allgemein mit grosser Energie und 
die zu ihrer Durchführung bestellten Organe liessen sie nichts 
weniger als einschlafen. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts 
zeigen sich in Interessentenkreisen vereinzelt entgegengesetzte 
Ansichten und erst im 19. Jahrhundert beginnt das erstarkte 
Capital seinen Sturmlauf gegen den Protectionismus, den €s 
lange Zeit.so eifrig erbeten hatte.</div>
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