— 15 — sie zu unserm Gebrauch geeignet macht. Aber jedenfalls sind die Stoffe sowohl als die Kräfte, die die Natur zu unserer Verfügung stellt, Geschenke, und zwar unentgeltliche Geschenke. Sie erhalten, so groß ihr Nutzen ist, Werth erst durch die Arbeit, die sich mit ihnen verbindet; nach der ersten, noch so leichten menschlichen An⸗ strengung sind sie nicht mehr unentgeltlich. Die Natur gehört allen Menschen gleichmäßig an; die Stoffe sowohl, die sie uns liefert, als die Schwerkraft, die Dehnbarkeit der Gase, die Macht der Winde, die Gesetze des Gleichgewichtes, das Pflanzen⸗ und thierische Leben stehen Niemandem mehr oder weniger als einem Andern zu Diensten. Erst die menschliche Anstrengung macht hier einen Unterschied und giebt den Dingen und Eigenschaften einen verschiedenen Werth, der nicht etwa immer im Verhältniß zum Nutzen steht (denn z. B. die Luft ist sehr nützlich, oder vielmehr unentbehrlich, aber dabei — im volkswirthschaftlichen Sinne — werthlos). Das unbezwingbare Bestreben des menschlichen Geistes, durch den Eigennutz angestachelt und durch die Reihe der Entdeckungen unterstützt, geht darauf hinaus, die unentgeltliche Mitwirkung der Natur an die Stelle der mühevollen, daher werthvollen Wirkung des Menschen zu setzen, das heißt mit Hülfe natürlicher Kräfte den— selben Zweck mit geringerer Anstrengung zu erreichen, so daß eine gegebene Nußzbarkeit, obwohl in Bezug auf ihr Resultat, auf die Befriedigung, die sie verschafft, dieselbe bleibend, dennoch einer immer mehr verringerten Arbeit entspricht. Durch Wind, durch Schwerkraft, durch Wärme, durch Spannung von Dämpfen läßt der Mensch dasselbe thun, wozu er anfangs auf seine Muskelkraft angewiesen war. Der mühelose, unentgeltliche Factor der Prodnetion fucht den mühevollen, werthvollen zu ersetzen. Mühevoll und werth⸗ voll setzen wir hier gleich. Mit der Mühe, d. h. mit der mensch⸗ lichen Arbeit oder Anstrengung vermindert sich der Werth, weil er im Verhältniß dazu steht, für jede gegebene Nutzbarkeit, in dem Maaße als die Natur zu einer wirksameren Mitwirkung gezwungen wird. So wird ein Werkzeng nach dem anderen erfunden, eine Maschine nach der andern, um menschliche Arbeit durch die Thätig · ekit der Natur zu ersetzen. Ursprünglich mußte der Mensch vom