betrieben, konnten früher nicht zu den Fabrikationszweigen gezählt werden, sie waren Handwerke. Erst seitdem Hunderte von Spin⸗ deln durch eine Maschine in Bewegung gesetzt werden, gehen sie allmählig in Fabrikation über. Das ganze große Terrain, welches wir heute durch die Manufakturindustrie besetzt sehen, gehörte früher fast ausschließlich dem Handwerke, dem kleinen Betriebe. Es ist demnach wohl nicht in Abrede zu stellen, daß die wohlfeiler pro⸗ ducirende Manufakturindustrie dem Handwerke eine gefährliche Concurrenz bereitet hat und noch bereitet. Um sich einen Begriff von den schnellen Fortschritten der Maschinenanwendung zu machen, braucht man sich nur zu erinnern, daß z. B. in Preußen in dem dreijährigen Zeitraum von 1840 bis 1843 die Pferdekraft an Dampfmaschinen von 12278 auf 27,242, also um mehr als das Doppelte stieg. Die Waffe, mit welcher der Handwerker diese Coneurrenz bekampfte, war einzig die Preiserniedrigung der Waare. Die Herabsetzung der Productionskosten, welche in dem einen Falle durch die Maschine und die Arbeitstheilung bewirkt wurde, konnte in dem andern nur durch die Entbehrungen, welche sich der Arbei- ter auferlegte, erzielt werden. Zuletzt mochte der Consument die billigste Arbeit des Handwerkers nicht mehr kaufen, weil die Ma schine sie noch billiger lieferte. Doch es konnte nur immer ein geringer Theil der früher hand⸗ werlsmäßig erzeugten Arbeiten fabrikmäßig gefertigt werden und es lassen sich nur wenige Handwerke nennen, welche durch die Fabri⸗ kation gauz verdrängt wurden. Dagegen müssen wir die fördernde Wirkung, welche die Manu— facturindustrie auf das Handwerk ausübte, als sehr bedeutend her— vorheben. Wenn wir uns die Verhältnisse in dem größten deutschen Staate, in Preußen, zum Anhaltspunkt wählen, so finden wir, daß in diesem Lande die Bevölkerung in dem Zeitraume von 1822 bis 1846 um 18 Procent, die Zahl der Handwerksmeister um 47 und die der Gehülfen (Gesellen und Lehrlinge zusammengenommen) um 112 Procent stieg, die Zahl der Handwerker überhaupt um 79 Procent, also um mehr als das Doppelte der Bevölkerungszunahme. In einzelnen Handwerken ist die Vermehrung außerordentlich stark