Die Klempnermeister nahmen zu um 188, die Gehülfen um 269 pCt., zusammen um 226 pCt, also sechsmal so stark als die Bevölkerung. In andern Handwerken dagegen trat eine Verminderung oder Zurückblei- ben hinter der Bebölkerungszunahme ein. Auch in den Jahren 1849 bis 1852 ist ein Fortschritt im Gewerbebetrieb ersichtlich. Die Bevöl. kerung des preußischen Staates stieg in diesen Jahren von 100 auf 103330; die Zahl der Gewerbetreibenden von 100 auf 105,99. Von den stärker besetzten Gewerben erscheinen die verhältnißmäßig größe⸗ sten Steigerungen bei Schlossern, Riemern und Sattlern, Stuben⸗ malern, Putzmachern, Klempnern, Buchbindern u. s. w. Die Zunahme der Handwerker über das Wachsthum der Be— völkerung hinaus kann ein Zeichen der Ueberfüllung sein, aber sie ist es nicht immer. Es kommt nicht blos darauf an, in welchem Grade die Bevölkerung, sondern in welchem Grade das Bedürfniß derselben steigt. Die Bedürfnisse vermehren sich mit dem Reich- thume, und der Reichthum mit der Production. Wenn es nun eine Thatsache ist, daß durch die Massenproduction, die Theilung der Arbeit und die Anwendung der Maschinen die Waarenerzeugung ungemein erleichtert und gesteigert worden ist, wenn es mit ziem ⸗ licher Gewißheit nachgewiesen werden kann, daß der Reichthum der Völker im Allgemeinen zugenommen hat, so darf es uns nicht überraschen, wenn die Nachfrage nach Handwerkerwaaren ge— stiegen ist, und da diese nicht wie die Fabrikate durch technische Erfindungen ohne Vermehrung der Hände, welche dieselben erzeugen, vervielfältigt werden können, so kann es uns ebensowenig überraschen, wenn die Zahl der Handwerker zunahm. Mit demselben Rechte, mit welchem man die schnelle Vermehrung der Handwerker in ein⸗ zelnen Zweigen als Beweis der Ueberfüllung betrachtet, könnte man aus der Verminderung oder schwachen Zunahme derselben in andern Zweigen auf besonderen Wohlstand der in denselben beschäftigten Gewerbtreibenden schließen. Wenn man aber diese letztern, die Hut— macher, die Handschuhmacher, Seifensieder, Zinngießer u. s. w. be⸗ trachtet, so findet man, daß sie zu den notorisch ärmeren gehören. Der Fortschritt der Manufaeturindustrie ist gar nicht denkbar ohne gleichzeitige Erweiterung der handwerksmäßig betriebenen In—