69 Gattung bei. Jedes Thier ist immer gezwungen, isolirt und un— abhängig sich zu behanpten und zu vertheidigen, und hat keine Art Vortheil von den mannigfaltigen Talenten, mit denen die Na— tur seines Gleichen ausgestattet hat. Unter den Menschen aber sind im Gegentheil die unähnlichsten Anlagen einander von Nutzen, indem die verschiedenen Producte ihrer respectiven Talente durch den allgemeinen Haug zu tauschen, zu verhandeln und auszuwech⸗ seln, so zu sagen, zu einem Gesammtvermögen werden, woraus ein Jeder den Theil des Productes von anderer Menschen Talenten kaufen kann, dessen er benöthigt ist.“ Diejenigen, welche wie A. Smith nur in der Arbeit die Quelle des Reichthums sehen, beschränken sich auf den Nachweis, wie die⸗ selbe durch Theilung sich vervollkommnet. Aber wir haben gesehen, daß sie nicht das einzige Agens unserer Befriedigung ist. Die Na— turkräfte wirken unbestreitbar mit. So vereinen beim Ackerbau die Thätigkeit der Sonne und des Regens, die im Boden verborgenen Säfte, die in der Atmosphäre verbreiteten Gase sich mit der mensch. lichen Arbeit zur Production der Vegetabilien. Die Manufactur⸗ industrie verdankt gleiche Dienste den chemischen Eigenschaften ge⸗ wisser Stoffe, der Macht der Wasserfälle, der Elastieität des Dampfes, der Schwerkraft, der Electricität. Der Handel hat die Kraft und den Naturtrieb gewisser Thierarten, die Macht des Windes, wel- cher die Segel seiner Schiffe schwellt, die Gesetze des Magnetismus, welcher ihn zur Fahrt über unermeßliche Meere mit dem Compaß versehen hat, zum Nutzen des Menschen verwaudt. Zwei Wahrheiten sind über allen Zweifel erhaben. Erstens: Der Mensch ist mit Allem um so besser versehen, je mehr er sich die Naturkräfte dienstbar ge⸗ macht hat. Es liegt wohl auf der Hand, daß man auf gutem Boden bei gleicher Anstrengung mehr Getreide erhält, als auf trockenem Sande oder kahlen Felsen. Zweitens: Die Naturkräfte sind auf der Erdober— fläche in ungleichem Verhältniß vertheilt. Oder wer möchte behaupten, daß jeder Boden für jede Art