70 des Anbaues, jedes Land für jede Art der Fabrikation gleich ge— eignet sei? Wenn nun aber die Naturkräfte auf verschiedenen Punkten der Erde verschieden, und wenn andrerseits die Menschen um so rei— cher sind, je mehr sie sich von jenen unterstützen lassen: so folgt daraus, daß die Fähigkeit zu tauschen das nützliche Mitwirken die ser Kräfte unabsehbar erhöht. Wenn die Menschen nicht tauschen könnten und sich ihr Eis unter dem Aequator, ihren Zucker unter den Polarkreisen selbst produciren müßten: so würden sie offeubar durch ungeheure Anstrengung nur das erzielen, was Hitze und Kälte jetzt umsonst für sie thun — eine unermeßliche Menge von Naturkräften würde unbenutzt bleiben. Dank dem Tausche werden diese Kräfte überall nützlich verwandt, wo man sie findet. Der Getreideboden wird mit Getreide besäet, der Weinboden mit Wein bepflanzt, die Küsten bewohnen Fischer, die Berge Holzhauer. Hier bringt man ein Rad, das zehn Menschen ersetzt, durch Was-⸗ ser in Bewegung, dort durch den Wind. Die Natur wird zum Sclaven — aber zum Selaven, den man weder zu nähren, noch zu kleiden, noch zu beherbergen braucht, dessen Dienstleistungen wir weder selbst bezahlen, noch durch Andere bezahlen lassen, der un— sere Börse ebenso wenig wie unser Gewissen belästigt. Dieselbe Summe menschlicher Anstrengungen, d. h. dieselben Dienste, der— selbe Werth realisirt eine immer größere Summe von Nüzilichkeit. Für jedes gegebene Resultat wird nur ein Theil der menschlichen Thätigkeit absorbirt; der andre Theil wird durch die Dazwischen⸗ kunst der Naturkräfte wieder disponibel gemacht, wagt sich an neue Hindernisse, befriedigt neue Bedürfnisse, realisirt neue Brauch- barkeiten. Die Arbeitstheilung gleicht daher nicht blos die Unterschiede aus, die in der Verschiedenheit der menschlichen Kräfte und Anla— gen begründet sind, sondern auch die natürlichen Unterschiede des Bodens und des Climas. In dem einen Lande begünstigt ge⸗ mäßigtes Clima die Manufakturarbeit, in dem andern ein heißes Clima die Erzeugung von Colonialwaaren. Die auf solchen na— türlichen Verhältnissen beruhende internationale Arbeitstheilung führt