74 Völkerschaften gebracht werden? Jetzt hingegen treiben diese beiden Städte einen sehr beträchtlichen Handel mit einander und ermun⸗ tern, indem sie einander einen Markt bieten, eine der andern In- dustrie auf's Beste. Da demnach die Vortheile der Wasserfracht so groß sind, so mußten natürlich die ersten Vervollkommnungen der Kunst und In— dustrie da hervortreten, wo diese bequeme Gelegenheit die ganze Welt zu einem Markte für jegliche Art Arbeit eröffnet, und konn— ten sich immer nur viel später in die inneren Theile des Landes erstrecken. Die inneren Theile des Landes können lange ZSeit hin— durch keinen anderen Markt für den größten Theil ihrer Güter haben, als die Landschaft, welche sie von der Seeküste und den großen schiffbaren Flüssen trennt. Die Ausdehnung ihres Marktes muß daher für lange Zeit sich nach dem Reichthum und der Be— völkertheit jener Landschaft richten, und ihr Fortschritt wird dadurch immer hinter dem jener Landschaft zurückbleiben. In unseren nord— amerikanischen Colonien sind die Pflanzungen beständig der See— küste und den Ufern schiffbarer Flüsse gefolgt und haben sich kaum irgendwo bis auf eine beträchtliche Entfernung von beiden erstreckt.“ Was A. Smith mit Rücksicht auf seine Zeit sagt, hat allgemeine Gültigkeit. Wenn der Tausch aufhört, weil er nicht mehr vortheil— haft ist, so giebt ihm die geringste Verbesserung im Apparate des Handels neuen Aufschwung. Zwischen Berlin und Cöln wird eine gewisse Menge von Dingen umgesetzt. Diese beiden Städte treiben in allen Fällen Tausch, wo sie dadurch mehr Genüsse erzielen, als durch directe Production. Sie hören auf zu tauschen, sobald die Produetion durch Tausch, durch die Unkosten des Tausches selbst erschwert, die Austrengung der eigenen Production erreicht oder übersteigt. Sobald man dann den Apparat des Tausches verbessert, sobald die Handelsleute den Preis ihrer Mitwirkang herabsetzen, wenn man einen Berg durchsticht, eine Brücke über einen Fluß schlägt, eine Straße pflastert, Hindernisse aus dem Wege räumt, vervielfältigt sich der Tausch, weil die Menschen aus allen Vortheilen, die er gewährt, Nutzen ziehen, weil sie die unentgeltlichen Brauch- barkeiten genießen wollen. Die Vervollkommnung des Handels-