120 — Es giebt für den Lohn des Capitals eine Grenze, über die hinaus man nicht entlehnt; diese Grenze ist, wenn der dem Borger erwiesene Dienst — 0O. Ebenso giebt es eine Grenze, innerhalb deren uan nicht verleiht; das ist, wenn für den Darleiher der Lohn — 0. 8wischen beiden schwankt der Lohn des Capitals, er wird zur obern Grenze durch die Concurrenz der Vorger, zur untern Grenze durch die Concurrenz der Darleiher gesteigert, so daß er steigt, wenn das Capital selten, und fällt, wenn das Capi—⸗ tal reichlich vorhanden ist. Viele nehmen an, daß die Zahl der Borger schneller wächst, als es dem Capital möglich ist, sich zu bilden, woraus dann folgen würde, daß das natürliche Streben des Zinses ein steigendes ist. Die Wirklichkeit zeigt das Gegentheil. Wir sehen überall mit der Civilisation den Lohn des Capitals sinken. In Rom betrug er einst 30 — 40 pCt.; in Brasilien steht er noch 20 pCt., in Algier auf 10 pCt., in Spanien auf 8 pCt., in Italien auf 6 pCt., in Deutschland auf 5 pCt., in Frankreich auf 4 pCt., in England auf 3 pCt., und in Holland noch tiefer. Was aber der Forschritt am Lohne des Capitals ver⸗ nichtet, ist ein Gewinn für die Menschheit. Wenn der Zins von 40 auf 2 gekommen ist, so werden alle Producte um 33 von diesem Theil der Productionskosten wohlfeiler. Sie kommen also dem Consumenten um diese 38 niedriger zu stehen; das schließ liche Resultat ist also auch hier, wie bei den Naturkräften und bei den Erfindungen: größere Fülle und Ausgleichungen, d. h. Ver⸗ besserung des allgemeinen Zustandes der ganzen Menschheit. Oberflächliche Geister haben die Concurrenz angeklagt, daß sie einen ewigen Widerstreit unter den Menschen errege. Das ist allerdings wahr und unvermeidlich, so lange wir diese nur in der Eigenschaft als Producenten betrachten; aber stellen wir uns auf den Standpunkt der Consumtion, so sehen wir gerade sie die Individuen, die Familien, die Classen, die Nationen und die Racen mit den Banden einer allgemeinen Brüderschaft umschlingen. Weil die Güter, welche anfangs nur das Erbtheil Einzelner zu sein scheinen, zum Gemeingut Aller werden, weil die natürlichen Vortheile der Lage, der Fruchtbarkeit, der Temperatur, der minera⸗