183 dung, Obdach, Muße, Bildung, Unabhängigkeit und Würde der künftigen Geschlechter sorgen. Nichts von alle dem kann ohne die wahrhaft gesellschaftlichen Tugenden und was mehr ist, ohne daß diese selbst zur Gewohnheit werden, geschehen. Der Sparsinn ist bei den Menschen sehr verschieden entwickelt. Im Alterthum, wo die Griechen und Römer ihre Civilisation be— sonders auf Eroberung und Plünderung gründeten, dieselben also nur auf Kosten Anderer reich wurden, waren es sast nur die Juden, die Sparsinn hatten, und diese Eigenschaft hat zu ihrer Erhaltung beigetragen. Die Germanen, bei welchen die Arbeit erst in ihre Rechte eingesetzt wurde, zeichnen sich vor Allem durch ihre Voraussicht in die Zukunft aus, weßhalb die Capitalansammlung am raschesten bei ihnen bon Statten geht. Ein Beispiel sehr geringen Sparsinns sind die Chinesen. Obgleich China das von Natur gesegneteste Land ist, besitzt es doch weniger Capital, als andre weniger begünstigte Länder, und das Mißverhältniß zwischen der Arbeitskraft und dem Capital ist die Ursache der großen Armuth, die dort herrscht. Nicht die Uebervölkerung an sich trägt die Schuld, sondern der Mangel an Voraussicht, in Folge dessen das Capital nicht ausreicht, um alle müßigen Hände productiv in Thätigkeit zu sectzen. Während in China das Capital hinter der Arbeitskraft zurückbleibt, giebt es in Deutschland und England der vorhandenen Arbeitskraft reichlich productive Beschäftigung. Die Armuth, die in diesen Ländern noch herrscht, rührt nur davon her, daß die Consumtion des Capitals nicht immer so productiv ist, um Be schäftigung zu geben, und daß unsre Arbeiterklassen selbst, besonders die Fabrikarbeiter nicht diejenige Voraussicht haben, die in guten Zeiten spart, um in schlechter vor Noth gesichert zu sein. Solche Leute erinnern an die Indianer, von denen Rae, ein in Amerika lebender Schotte, uns eine interessante Schilderung giebt. „An den Ufern des St. Lorenz -Stromes,“ erzählt derselbe, „giebt es mehrere kleine Indianer.Dörfer. Diese sind meistentheils von einem ziemlichen Stücke Land umgeben, auf dem das Holz ichon lange ausgerodet zu sein scheint, und außerdem besitzen sie ausgedehute Waldstrecken. Das vom Holz gesäuberte Land wird