719 — Grund findet, weshalb auch zwischen dieser Einnahme und der Größe der Leistung kein Ebenmaß zu bestehen braucht. Nach dem Gegenstande, in welchem die Einnahmen bezogen werden, unterscheidet man Geld und Naturaleinkünfte. Letztere be— stehen aus rohen Stoffen, wie sie hanptsächlich die Land- und Forst wissenschaft liefert, denn außer dem Gelde eignen sich nur jene Güter dazu, von der Regierung regelmäßig in Empfang genommen und verwendet zu werden, weil die meisten anderen nicht gleichmäßig genug beschaffen sind und nicht in so unveränderlicher Weise ge⸗ braucht werden, um ohne Unbequemlichkeit und Verlust in großen Massen angehäuft werden zu können. In früheren Zeiten war es bei dem geringen Geldverkehre, dem schwierigen Absatz der Erzeug nisse und dem schwachen Handel angemessen, die aus dem Erwerbe der Regierung erhaltenen Bodenerzeugnisse vorräthig zu behalten, um sie zum Unterhalte des Hof- und Staatsdienerpersonals anzu— wenden; auch verband man damit die Absicht, für Fälle bon Miß wachs und Theuerung eine Aushülfe in Bereitschaft zu halten, die den bedrängten Unterthanen wohlthätig werden könnte. Allein die Kostbarkeit einer solchen Aufbewahrung, die Gefahr der Verluste haben bewirkt, daß man von jenem Verfahren allmälig zurückkommt und die viel einfacheren Geldeinkünfte vorzieht, außer insoweit man zu Besoldungen und zur Brotlieferung für die Soldaten Getreide nöthig hat. Der gesammte Zug unserer Zeit geht darauf aus, den Pribat⸗ erwerb und die Regalien des Staates gegenüber dem freien Trei⸗ ben der Gesellschaft zu beschränken. Allmälig wird die Schöpfung und Handhabung einer Menge von Einrichtungen immer mehr Associationen oder Privaten anheimgegeben, die sonft der Vorsorge und Thätigkeit der politischen Behörden zufielen. Der Satz, daß der Staat als solcher keine Wirthschaft treiben dürfe, die Verurtheilung der öconomischen Regierungsmonopole ist schon längst von der Wissenschaft ausgesprochen. Auch Eisenbahn., Post. und Telegraphen⸗ verwaltung gesteht man ihm uicht unbestritten zu. Die positiven Bedürfnisse der Gesellschaft sollen in erster Linie aus ihren eigenen Kreisen heraus befriedigt werden, in unmittelbarer Unterwerfung