breitete sich diese Maschine schnell über ganz Großbritannien. Gegen
waͤrtig ist dieselbe so vervollkommnet, daß ein Kind von 12-14 Jahren
mit Leichtigkeit zwei Kraftwebestühle bewachen und dadurch vier
Mal so viel Zeug produciren kann, als der beste Handweber. Aber
nicht nur die größere Menge der Prodnetion ist ein Vorzug des
Kraftwebestuhls, sondern auch eine Gleichmäßigkeit des Gewebes,
wie sie vom Handweber nie erreicht werden kann, da bei dessen
Arbeit jeder schwächere oder stärkere Schlag einen andern Faden giebt.

Die Erfindung des Kraftwebstuhls geht in ihrer Bedentung
weit über die Grenzen der Baumwollenindustrie hinans; sie ist
ebenfalls von den Seideu- und Wollenmanufacturen angenommen
worden. Nach den neuesten Angaben arbeiteten im J. 1850 in
Großbritannien 198 916 solcher Webstühle.

Ein englischer Schriftsteller sagt: „Die Prozesse der Verarbeitung
sind zahlreich, aber alle werden durch Maschinen verrichtet. Die
menschliche Hand hat dabei nichts mehr zu thun, als das Maierial
von einer Maschine zur audern zu tragen. Durch eiserne Finger,
Zähne und Räder, welche sich mit unermüdlicher Thätigkeit bewegen,
wird die Baumwolle geöffnet, gereinigt, gekämmt, durchgezogen, ge⸗
sponnen, aufgerollt, abgehaspelt und gewebt. Die verschiedenen
Maschinen greifen vollständig in einander; sie sind in dem Fabrik—
Gebäude so aufgestellt, daß das Material von Stockwerk zu Stock
werk mit dem geringsten Zeitverlnst weiter befördert wud. Alle
Maschinen bewegen sich auf einmal, eine Arbeit jagt die andere; alles
bewegt die Seele der Fabrik, die riesige Dampfmaschine im unter—
sten Raum des Gebändes, welche mit Kohle und Wasser gespeist,
Tag und Nacht fortarbeitet mit mehreren hundert Pferdekräften. Die
Menschen haben dabei nichts zu thun, als die arbeitende Maschine
zu bewachen, sie mit Material zu versehen und die kleinen und sel⸗
tenen Unregelmäßigkeiten zu beseitigen. Jeder, der hier arbeitet oder
Maschinen beaufsichtigt, leistet so viel als 200 bis 300 Menschen
vor 60 Jahren geleistet haben würden. Wenn die Nacht kommt, er⸗
leuchtet sich der Maschinenpallast durch Flammen, deren Glanz mit
dem Tageslicht wetteifert. — Diese Beleuchtung wird bon einem un—
sichtbaren Gas bewerksielligt, das man in demselben Gebände erzeugt.