Vergegenwärtigt man sich, daß alle diese Fortschritte in weniger als
70 Jahren gemacht sind, so muß man anerkennen, daß die Baum⸗
wollenindustrie das überraschendste —A
lichen Geistes über die Naturkräfte bietet. Daß alle diese Entdeckun .
gen und Erfindungen Werke des englischen Genius sind, muß der
englischen Nation einen hohen Grad von Selbstgefühl einflößen.“

Da das Rohmaterial der Vaumwollenindustrie ganz vom
Ausland eingeführt werden muß, so giebt der Import den sicheren
Maaßstab für die Fortschritte dieses Gewerbezweiges. Die Einfuhr
betrug 1781: 5,198,778 Pfund, 1821: 132.536.620 Pfund, 1849:
341,978,490.

Die Baumwolle wurde vor 1795 hauptsächlich aus Westindien,
Südamerika, Indien und der Levante eingeführt. Die Baumwollen
production der Vereinigten Staaten war noch höchst unbedentend.
Im J. 1791 fand die erste Ausfuhr von Baumwolle statt. Nur die
Verarbeitung der Baumwolle in England kann sich an reißender
Schnelligkeit des Fortschritts mit der schnellen Entwickelung der
Rohbaumwollenproduction in Nordamerika messen. Erst 1791
trat dieses Land mit der Baumwollenproduction in die Schranken;
heute hat es alle andern Länder dermaßen überflügelt, daß die
Vereinigten Staaten bei Weitem mehr Baumwolle erzeugen. als die
ganze übrige Welt.

Die amerikanische Banmwolle ist das Produkt der Baumwollen⸗
staude. Man unterscheidet zwei Hanptarten: die Seelands. und die
hochlandsbanmwolle. Die erstere wächst an den sandigen Küsten
on Carolina und Georgia; sie ist bei Weitem vorzüglicher, als die
zweite Sorte, sie zeichnet sich besonders aus durch einen längeren
Stapel, seidenartige Textur, gelbliche Farben, und läßt sich leicht
bvom Saamen trennen. Diese vorzügliche Sorte kann nur in be—
stimmten Distrikten gebaut werden und läßt sich daher nicht will
rürlich vermehren. Sie beträgt nicht mehr als 2 bis 3 pCt. von der

gesammten amerikanischen Baumwollenproduction, alles übrige ist
Hochlandsbaumwolle, so genannt, weil sie in einer verhältnißmäßig
größeren Entfernung von der Küste gedeiht. Diese zweite Sorte ist