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gung aus. In den meisten Fällen bedarf es einer Anstrengung,
um aus dem passiven Zustande des Bedürfnißfühlens in den gctiven
der Befriedigung überzugehen, indem eine Mühewaltung nöthig ist,
um das Mittel der Befriedigung, den Gegenstand des Genusses
oder des Gebrauches herbeizuschaffen oder herzustellen. Beim Athmen
fällt Bedürfniß und Befriedigung fast zusammen: es liegt zwischen
beiden keine Anstrengung als Mittelglied, die Luft strömt uns überall
von selber zu. Im Allgemeinen aber ist das unmittelbare Material,
das nicht verarbeitet zu werden braucht, nur gering: selbst die Luft
hat man sich oft zu erwerben, indem man sie zu erwärmen hat.
Das Bedürfniß des Essens, Wohnens und Sichkleidens verlangt vor
der Befriedigung mannigfaltige Anstrengungen und Mühen, um
die Speisen, das Haus, die Kleidung herzustellen. Diese Anstren-
gungen können größer oder geringer sein. Zum Wassertrinken ist
in der Regel nur das Herbeiholen des Mittels der Befriedigung
nöthig. Wie viele Anstrengungen dagegen haben sich erst einander
folgen und sich vereinigen müssen, um die Mittagstafel selbst in einer
einfachen Haushaltung herzustellen! Denn der Mensch unterscheidet
sich vom Thiere gerade auch dadurch, daß er die sinnliche Befriedi⸗
gung umständlich macht, daß er wie die alten Komiker scherzten,
ein Thier ist, welches kocht, einen Tisch deckt, die Speisen und Ge—
tränke in zierlichen Gefäßen aufstellt, schöngeformte Löffel, Messer
und Gabeln gebraucht u. s. w. Der Zweck der Nothdurft, sich zu
erhalten, wird durch diesen Apparat der Mittel als das Feigenblatt
der Cultur veredelt. Das Mittel steht hier also höher als der
Zweck, der dadurch erreicht wird, wie eine Maschine in ihrer sinn
reichen Einrichtung mehr sein kann, als das Produkt, welches sie
liefert, ein Webstuhl z. B. mehr, als die Nachtmütze, die er webt.

Die Mittel, die uns demnach zur Befriedigung unserer Be—
dürfnisse zu Gebote stehen, sind zwei: die Natur und die Arbeit,
das Geschenk Gottes und die Anstrengung.) Wenn das Athmen

N Durch das ganze Buch von Bastiat geht dieser Gegensatz von Natur
und Arbeit und kehrt unter anderen Formen immer wieder. So stehen bei
ihm zwei Reihen von Begriffen sich einander gegenüber, von denen die eine⸗
aus dem Wesen der Natur, die andere aus dem der Arbeit resultirt. Durch