als das erste der menschlichen Bedürfnisse anzusehen ist, so ist schon
gesagt, daß in dieser Beziehung die Natur im Allgemeinen die ganze
Mühe übernimmt; die Beihülfe der menschlichen Arbeit tritt nur
in gewissen Ausnahmefällen ein, 3. B. wenn eine Reinigung der
Luft nöthig ist. Das Bedürfniß, unsern Durst zu löschen, wird
mehr oder weniger von der Natur gestillt, je nachdem sie uns das
Wasser in größerer oder geringerer Nähe, Fülle und Klarheit liefert,
und die Arbeit hat um so mehr dabei zu thun, je entfernter das
Wasser ist, je mehr man es klären oder seiner Seltenheit wegen
durch Brunnen und Cisternen ersetzen muß. Ebensowenig ist die
Natur gleich freigebig gegen uns in Betreff der Ernährung, denn
wer will behaupten, daß die Arbeit, die wir dabei zu erfüllen haben,
mmer dieselbe bleibe, mag der Boden fruchtbar oder undankbar
sein, der Wald wildreich, der Fluß fischreich oder nicht? Was die
Beleuchtung betrifft, so hat die menschliche Arbeit sicher da weniger
zu schaffen, wo die Nacht kurz ist, als da, wo es der Sonne ge—
jallen hat, daß sie lang ist. Wollten wir hier mit der Auf—
zählung von Bedürfnissen fortfahren, und zu den höhern hinauf·
fteigen, so würde sich zeigen, daß die Mitwirkung der Natur immer
zeringer wird, und sie ein immer weiteres Feld unsern Fähigkeiten
rinräumt. Der Maler, der Bildhauer, der Schriftsteller sind auch
gezwungen, sich gewisser Stoffe und Werkzenge zu bedienen, die die
Natur liefert; aber sie schöpfen aus sich selbst das, was den
Reiz, das Verdienst, die Nützlichkeit und den Werth ihrer Werke
ausmacht.

Also die meisten der materiellen Gegenstände, welche zur Be—
friedigung unserer Bedürfnisse und unserer Gelüste dienen, erhalten
erst durch die Dazwischenkunft der Arbeit, durch die Anwendung
der menschlichen Fähigkeiten denjenigen Grad der Nutzbarkeit, der
die ganze Volkswirthschaft ziehen sich die Gegensätze: Natur — Arbeit, unent⸗
geltlicher Faktor der Production — entgeltlicher (kostspieliger) Faktor, Nützlich—
keit — Werth, das mühelos und das muhevoll Erworbene, das Geschenk Gottes
und die menschliche Leistung, effeetiver — relativer Reichthum, Gemeingut,
Gemeinschaft) — Eigenthum. Die Natur gewährt Nutzen, ist unentgeltlich,
muhelos, werthlos, Gemeingut; die Arbeit schafft Werth, ist mühevoll, entgelt⸗
lich, Privateigenthum.