dustriezweige, welche die Producte derselben weiter verarbeiten.
Wenn die gewebten Stoffe, wie Baumwolle, Wolle, Leinwand,
Seide, leichter producirt und billiger verkauft werden können als
früher, so wird die Bebölkerung mit demselben Kostenaufwande fortan
von den Verbrauchsartikeln, welche aus diesen Stoffen gefertigt
werden, mehr consumiren. Der Posamentirer, der Schneider,“ der
Putzmacher, der Hutmacher u. a. werden mehr Beschäftigung erhalten.
Eben so wird durch die Fortschritte der Metallfabrikation die Arbeit
der Schmiede, Schlosser, Klempner unter andern Metallarbeitern
vermehrt. Wenn aber der Tapezierer und der Schmied mehr Be—
schäftigung erhalten, so haben auch der Tischler, Riemer und Stell-
macher mehr Arbeit. So findet eine Gemeinschaft der Interessen,
sowohl zwischen der Manufacturindustrie und dem Handwerke, als
auch zwischen den einzelnen Handwerkszweigen statt. Dieser un⸗
mittelbaren Einwirkung geht eine mehr indirecte zur Seite, welche
noch viel bedeutender ist, weil sie nicht bloß auf einzelne, sondern
auf alle Handwerke sich erstreckt. Wer einen Theil seiner Bedürfnisse
mit geringerem Aufwande als früher befriedigen kann, wird die
dadurch gemachte Ersparniß nicht bloß zum Ankaufe der billiger
gewordenen Artikel, sondern zur gleichmäßigen Vermehrung aller
Verbrauchsgegenstände verwenden, auch derer, welche keine Preis—
ermäßigung erfahren haben- Die Preisermäßigung der Fabrikate,
welche durch den Fortschritt der Manufacturindustrie erzeugt wird,
wirkt daher auf den Verbrauch aller Handwerkerwaaren zurück.
Die Steigerung des Bedarfs an Handwerkerwaaren durch die
Zunahme des Nationalreichthums wird dadurch bestätigt, daß die
Handwerker, welche fast ausschließlich für die unentbehrlichen Be—
dürfnisse arbeiten, als da sind: Gerber, Bäcker, Fleischer, Kupfer⸗
schmiede, Grobschmiede, Böttcher sich in viel geringerem Maße ver-
mehrten, als diejenigen, welche zugleich der Bequemlichkeit und dem
Luxus dienen, als Putzmacher, Maler, Mechaniker, Klempner,
Tischler, Maurer, Uhrmacher, Sattler. Sie wird ferner bestätigt
durch die ungleiche Zunahme der Handwerker in ärmern und reichern
Landestheilen. In der Provinz Preußen stieg in dem Zeitraume
von 1822 bis 1842 die Zahl der Meister von 100 auf 119, die