Luxus ein Uebel, ein Laster, ja selbst ein Verbrechen ist, sich des
wegen au die Käufer halten muß, und nicht an diese armen Pro⸗
letarier, deren Existenz, glaube ich, in großer Gefahr wäre, wenn sie
ihre Kräfte verbrauchten, um für die Damen, statt des weltlichen
Tülls, grobe Wollenzeuge zu verfertigen.

Verlassen wir jetzt alle diese einzelnen Bemerkungen und drin⸗
gen wir in das Innerste der Frage selbst ein.

„Wir dürfen die Anfichten unserer Väter, hat Mare Aurel
gesagt, nicht wie die Kinder, auf den einzigen Grund hin annehmen,
daß unsere Väter sie gehabt haben.“ Dieser gewiß sehr richtige
Satz soll uns aber nicht verhindern, zu glauben, oder wenigstens
zu vermuthen, daß Meinungen, gegen welche seit dem Ursprunge
der bürgerlichen Gesellschaft sich niemals eine Kritik erhoben hat.
der Vernunft und dem allgemeinen Besten gemäß seien. Was war
nun in Betreff unserer viel behandelten Frage über den Nutzen
der Maschinen die einstimmige Meinung des Alterthums? Seine
finnreiche Mythologie lehrt es uns; die Gründer der Reiche, die
Gesetzgeber, die Besieger der ihr Vaterland unterdrückenden Thrannen
hießen nur Halbgötter; unter die Götter selbst wurde der Erfinder
des Spatens, der Sichel, des Pfluges versetzt.

Ich höre schon, wie unsere Gegner lauten Widerspruch erheben
wegen der äußersten Einfachheit der genannten Instrumente, wie sie
ihnen kühn den Namen Maschine absprechen, wie sie dieselben nur
als Werkzeuge bezeichnet sehen wollen, und sich hartnäckig hinter
dieser Unterscheidung verschanzen.

Ich könnte erwiedern, daß eine solche Unterscheidung kindisch
ist, daß es unmöglich ist genau zu sagen, wo das Werkzeug auf-
hört und die Maschine anfängt; aber es ist besser darauf hinzu⸗
weisen, daß bei den Angriffen auf die Maschinen niemals von ihrer
mehr oder weniger verwickelten Znsammensetzung die Rede gewesen
ist. Wenn man sie verwirft, so geschieht es, weil mit ihrer Hülfe
ein Arbeiter das Werk von mehreren Arbeitern vollbringt; würde
man min zu behaupten wagen, daß ein Messer, ein Bohrer, eine
Feile, eine Säge nicht eine wunderbare Leichtigkeit im Arbeiten der
Hand verleihen, welche sie anwendet; daß diese so ausgerüstete Hand