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Der Reichthum, im weitesten Sinne des Wortes, entsteht aus
der vereinigten Wirkung der Natur und der Arbeit. Die erstere
ist umsonst und gemeinsam ihrem Wesen nach und verliert diesen
Charakter niemals. Die zweite allein führt zum Werth, und des⸗
wegen zum Eigenthum. Dank der geistigen Entwicklung und dem
Fortschritt in der Civilisation, nimmt die eine von Tag zu Tag
größeren, die andere geringeren Antheil an der Herstellung aller nur
möglichen Nützlichkeit, woraus folgt, daß das Gebiet des Umsonst
und des Communismus, gegenüber dem Gebiete des Werthes und
des Eigenthums, im Menschengeschlechte sich beständig ausbreitet;
eine fruchtbare und tröstliche Reflexion, welche dem Blicke der
Wissenschaft so lange verschlossen bleibt, als sie der Mitwirkung
der Natur Werth zugesteht.

Der Begriff des Werthes schließt den der mühevollen Erwer—
bung in sich. Die Bestimmung dieses Begriffes muß aber nicht
bloß auf die menschliche Anstrengung überhaupt zurückgehen, sondern
noch besonders auf die ausgetauschte oder austauschbare Anstrengung.
Der Tausch erst erschafft den Werth. Wenn zwei Menschen ihre
wirkliche Anstrengung oder die Resultate ihrer früheren Anstrengung
sich gegenseitig abtreten, so bedienen sie sich Einer des Andern, sie
leisten sich gegenseitig einen Dienst. Der Werth ist daher das
Verhältniß zweier ausgetauschter Dienstleistungen.

Der Begriff des Werthes trat zum ersten Male in die Welt,
als ein Mensch zu seinem Bruder sagte: „Thue dies für mich, ich
thue das für dich,“ und sie sich einigten; denü da konnte man
zum ersten Male sagen: die beiden ausgetauschten Dienstleistungen
sind eine der andern werth. Wir arbeiten, um uns zu nähren, zu
kleiden, unter Dach zu bringen, Erleuchtung zu schaffen, zu heilen,
zu unterrichten, und zwar Einer für den Andern. Daher die ge⸗
genseitige Dienstleistung. Diese Dienstleistungen vergleichen, erörtern,
veranschlagen wir; daher der Werth. Nicht die Beschaffenheit eines
Dinges an sich bestimmt den Werth, sondern der Dienst, der uns
dadurch geleistet wird. Eine Menge von Umständen kann die
relative Wichtigkeit eines Dieustes vermehren. Wir finden diesen
größer oder geringer, je nach der Lage, in der wir uns befinden,