einen so großen Werth? Ohne Zweifel, weil derjenige, dem ich ihn
überlasse, dies als eine große Dienstleistung schätzt, als eine um so
größere, da es viel reiche Leute giebt, die danach trachten, und ich
der Einzige bin, von dem er zu bekommen ist. Möglich, daß die
Gründe zu seinem Urtheil sehr angreifbar sind; möglich, daß sie in
der Eitelkeit, in dem Stolze wurzeln. Aber dies Urtheil besteht
einmal im Kopf des Menschen, der geneigt ist, danach zu handeln,
und das reicht aus. Weit entfernt, daß das Urtheil auf einer ver—
nünftigen Würdigung der Nützlichkeit beruhe, kann man eher das
Gegentheil davon behaupten. Bei der Prunksucht ist es gerade die
Absicht, zu beweisen, daß man für das Nutzlose große Opfer zu
bringen weiß. —
Weit entfernt, daß der Werth hier ein nothwendiges Verhält
niß zur vollzogenen Arbeit desjenigen habe, der den Dienst leistet,
kann man im Gegentheil sagen, daß er mit der ersparten Arbeit
desjenigen, der die Dienstleistung empfängt, im Zusammenhange
stehe, und dies ist überhaupt das allgemeine Gesetz des Werthes,
welches von den Theoretikern bis jetzt nicht immer richtig auf-
gefaßt worden ist, obgleich es für die allgemeine Praxis maß-
gebend ist. Wir werden später zeigen, durch welchen bewunderungs
werthen Vorgang Werth und Arbeit, wenn diese frei ist, sich
auszugleichen bestreben; aber darum bleibt nicht minder wahr, daß
die Grundlage des Werths weniger in der vollzogenen Arbeit des
Dienstleistenden steckt, als in der ersparten Arbeit für denjenigen,
dem der Dienst geleistet wird. —

Die Unterhandlung in Betreff unseres Edelsteins setzt ungefähr
folgendes Zwiegespräch voraus:

— Mein Herr, geben Sie mir Ihren Diamant.

— Ich bin dazu bereit, mein Herr, aber geben Sie mir als
Bezahlung dafür ein ganzes Jahr Ihrer Arbeit.

— Aber, mein Herr, Sie hatten nicht eine Minute nöthig, um
ihn zu erlangen.

— Gut, mein Herr, versuchen Sie es, eine ähnliche Minute
zu treffen.