Deshalb sind die Menschen darauf gekommen, den einfachen
Tausch in zwei Akte zu zerlegen, in den Kauf und Verkauf, durch
Hilfe einer vermittelnden Waare, von leichter Theilbarkeit und vor⸗
züglich von Werth begleitet, damit dieselbe Anspruch auf das all—-
gemeine Vertrauen bei sich trüge. Dies ist das Geld.

Worauf hier aufmerksam gemacht werden soll, ist, daß das, was
man vergleichsweise oder bildlich den Werth des Goldes und Silbers
nennt, auf demselben Werthprineipe fußt, als die Luft, das Wasser,
der Diamant, als die Predigten und die Seelsorge des Priesters, oder
die Triller der Sonntag, d. h. auf empfangenen und geleisteten Diensten.

Allerdings hat das Gold, welches an den glücklichen Ufern des
Sacramento gefunden wird, von Natur viel vortreffliche Eigenschaf-
ten, Dehnbarkeit, Gewicht, Glanz, auch Nützlichkeit, wenn man will.
Aber etwas hat es, was ihm nicht von der Natur gegeben wurde,
weil das die Natur nichts angeht, nämlich den Werth. Ein Mensch
weiß, daß das Gold einem stark gefühlten Bedürfniß entspricht, daß
es sehr verlangt wird. Er geht nach Kalifornien, um Gold zu
suchen, wie vorhin mein Nachbar zur Quelle ging, um Wasser zu
holen. Er unterzieht sich großen Anstrengungen, er gräbt, er hackt,
er wäscht, er schmilzt, kommt endlich zu mir und sagt: ich will Dir
den Dieust leisten, und Dir dies Gold überlassen; welchen Dienst
leistest Du mir dafür? Wir handeln hin und her; Jeder von uns
wägt die Umstände ab, die auf seine Entscheidung von Einfluß sind;
endlich schließen wir ab, und da ist der Werth geoffenbart und fest—
gestellt. Durch jenen abgekürzten Ausdruck getäuscht: das Gold ist
so und so viel werth, — könnte man glauben, der Werth hafte auf
dieselbe Weise am Gold, als Gewicht und Dehnborkeit, welche die
Natur ihm zu verleihen Sorge trug. Wir hoffen, der Leser ist jetzt
überzeugt, daß das ein Mißverständniß sei. Er wird sich später
üͤberzeugen, daß es ein sehr beklagenswerthes Mißverständniß ist. —

Es giebt noch ein anderes in Betreff des Goldes, oder vielmehr
des Geldes. Da dasselbe der gewöhnliche Vermittler bei allen Ge—
schäften, das Mittelglied zwischen den beiden Acten des zusammenge
setzten Austausches ist, da man stets mit seinem Werth den Werth der
Dienstleistungen vergleicht, um deren Austausch es sich handelt, so