Reichthum sich verringere, weil es weniger Werthe besitzt? — oder
es kann seine verfügbar gewordenen Anstrengungen zur Vermehrung
seiner Genüsse anwenden; und wird man nun, weil die Summe
seiner Werthe unverändert geblieben ist, schließen wollen, daß sein
Reichthum auch unvberändert geblieben sei? Diejenige Theorie, welche
den Reichthum durch den Werth erklärt, enthält zuletzt nur eine
Verherrlichung der Hindernisse. Sie schließt folgendermaßen: „Der
Reichthum steht im Verhältniß zu den Werthen, die Werthe zu den
Anstrengungen, die Anstrengungen zu den Hindernissen, also stehen
die Reichthümer im Verhältniß zu den Hindernissen.“ Unsere staat-
liche Praxis hat diese Theorie unbewußt zur Trägerin. Jedes Mal
wenn die Regierungen glauben, eine Classe, ein Gewerbe, eine Indu—
strie begünstigen zu müssen, so besteht ihr ganzes Verfahren darin,
Hindernisse aufzubauen, umn so den Werth und angeblich den Reich.
thum zu steigern. Wohin eine solche Anschauung führen kann, wenn
man immer eonsequent weiter schließt, davon giebt uns das Buch
eines Franzosen, des Herrn b. SaintChamans, einen merkwürdi—
gen Belag.

„Es giebt zwei Arten von Reichthum für ein Volk, sagt er.
Betrachtet man nur die nutzbaren Produkte in Bezug auf Menge
und Ueberfluß, so hat man es mit einem Reichthume zu thun,
welcher der Gesellschaft Genüsse verschafft, und den ich Genuß ⸗Reich—-
thum nennen würde.“

Betrachtet man die Produkte in Bezug auf ihren Tauschwerth,
oder einfach in Bezug auf ihren Werth, so hat man es mit einem
Reichthum zu thun, welcher der Gesellschaft Werthe verschafft, und
den ich Werths⸗Reichthum nenne.“

„Mit dem Werths ˖ Reichthum insbesondere beschäftigt sich die
Volkswirthschaft; hauptsächlich mit ihm kann sich das Goubernement
beschäftigen.“
Dies angenommen, waäs können Volkswirthschaft und Regierung
thun? Die Eine die Mittel zur Vermehrung dieses Werths-
Reichthums angeben; die Andere diese Mittel in's Leben rufen.

Aber der WerthsReichthum steht im Verhältnisse zu den An—
strengungen, und die Anstrengungen stehen im Verhältnisse zu den