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Es giebt für den Lohn des Capitals eine Grenze, über die
hinaus man nicht entlehnt; diese Grenze ist, wenn der dem Borger
erwiesene Dienst — 0O. Ebenso giebt es eine Grenze, innerhalb
deren uan nicht verleiht; das ist, wenn für den Darleiher der
Lohn — 0. 8wischen beiden schwankt der Lohn des Capitals, er
wird zur obern Grenze durch die Concurrenz der Vorger, zur
untern Grenze durch die Concurrenz der Darleiher gesteigert, so
daß er steigt, wenn das Capital selten, und fällt, wenn das Capi—⸗
tal reichlich vorhanden ist. Viele nehmen an, daß die Zahl der
Borger schneller wächst, als es dem Capital möglich ist, sich zu
bilden, woraus dann folgen würde, daß das natürliche Streben
des Zinses ein steigendes ist. Die Wirklichkeit zeigt das Gegen-
theil. Wir sehen überall mit der Civilisation den Lohn des Capi-
tals sinken. In Rom betrug er einst 30 — 40 pCt.; in Brasilien
steht er noch 20 pCt., in Algier auf 10 pCt., in Spanien auf
8 pCt., in Italien auf 6 pCt., in Deutschland auf 5 pCt., in
Frankreich auf 4 pCt., in England auf 3 pCt., und in Holland
noch tiefer. Was aber der Forschritt am Lohne des Capitals ver⸗
nichtet, ist ein Gewinn für die Menschheit. Wenn der Zins von
40 auf 2 gekommen ist, so werden alle Producte um 33 von
diesem Theil der Productionskosten wohlfeiler. Sie kommen also
dem Consumenten um diese 38 niedriger zu stehen; das schließ
liche Resultat ist also auch hier, wie bei den Naturkräften und bei
den Erfindungen: größere Fülle und Ausgleichungen, d. h. Ver⸗
besserung des allgemeinen Zustandes der ganzen Menschheit.

Oberflächliche Geister haben die Concurrenz angeklagt, daß sie
einen ewigen Widerstreit unter den Menschen errege. Das ist
allerdings wahr und unvermeidlich, so lange wir diese nur in
der Eigenschaft als Producenten betrachten; aber stellen wir uns
auf den Standpunkt der Consumtion, so sehen wir gerade sie die
Individuen, die Familien, die Classen, die Nationen und die
Racen mit den Banden einer allgemeinen Brüderschaft umschlingen.
Weil die Güter, welche anfangs nur das Erbtheil Einzelner zu
sein scheinen, zum Gemeingut Aller werden, weil die natürlichen
Vortheile der Lage, der Fruchtbarkeit, der Temperatur, der minera⸗