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über die Noth der arbeitenden Klassen überhaupt begründet ist, so
ist im Allgemeinen das Vorhandensein mannigfacher Noth und
Uebelstände in den untern Schichten der menschlichen Gesellschaft
als unbestrittene Thatsache anzuerkennen, aber ganz entschieden
müssen wir eine Zunahme dieser Noth gegen frühere Zeiten in
Abrede stellen. Der sociale Zustand hat im Gegentheil die erfreu⸗—
lichsten Fortschritte gemacht, selbst der ärmste Mann im Volke klei—
det und nährt sich besser, befriedigt mehr materielle und geistige
Bedürfnisse als früher, kann sich eine gute Schulbildung und selbst
ästhetische und künstlerische Genüsse weit leichter verschaffen und
kann endlich, sobald es ihm nur wirklich am Herzen liegt, überall
Gelegenheit zu höherer sittlicher und religiöser Erhebung finden.
Jeder, dessen Erinnerung nur 20 oder 30 Jahre zurückreicht, ber⸗
gleiche nur einmal die heutige Einrichtung der Arbeiterwohnungen
mit den erbärmlichen Hütten von ehedem, oder er mustere an einem
der belebtesten Punkte des Verkehrs die Kleidung der vor ihm vor—
beiziehenden Schaaren aus Leuten jeden Standes. Wo sind die
Hunderte und Tausende zerlumpter und eutblößter Gestalten, welche
ehemals die öffentlichen Plätze und Landstraßen füllten? Es gibt
allerdings noch genug sogenannte Proletarier oder Leute, die ohne
Capitalbesitz, ohne eine größere Summe ersparter Güter am Abend
einschlafen und am Morgen aufwachen; allein dieselben Leute wür—
den, wenn sie sich eben so schlecht kleiden und nähren oder ebenso
dürftig wohnen wollten, wie ihre Väter und Großväter, schon längst
LCapitalbesitz haben; sie unterlassen es jedoch meist, einen Theil ihres
Verdienstes in Capital zu verwandeln, weil das nächste Bedürfniß
des Menschen nicht Capitalbesitz, sondern ein erträgliches Dasein ist
und weil auch der Aermste an dem mit dem Fortschritt der Civi-—

lisation und der wirthschaftlichen Entwickelung erhöhten Wohlbe⸗

finden und an den gesteigerten Lebensansprüchen Theil nehmen will.
Indessen auch unter diesen arbeitenden Klassen treten alljährlich

immer mehr aus dem Stande des bloßen Proletariats in den

Stand der Besitzenden über, schon Hunderttausende sind über den

Kampf mit der bloßen Existenz hinaus, die Millionen in den Spar—

kassen und die zahlreichen Acker Landes, auf denen Häuser und