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besonderer Vorliebe das Ringen der Menschennatur mit leiblicher
Noth, Entbehrung und Sorge. Die wirthschaftliche und sociale Ent—
wickelung der Zeit nimmt jetzt einen Hauptplatz in der Tagespresse
ein; der bei politischen Fragen oft noch darniedergehaltene Freimuth
legt die soeialen Schäden und Gebrechen um so offener dar; die
Gelehrten, die Beredten, die Reichen, die Mächtigen beschäftigen
sich theilnahmsvoll mit dem Loose ihrer ärmeren Mitbürger, und
der ganze öffentliche Geist hat sich mit den Details der vorhande⸗
nen Noth vertraut gemacht; es sind nicht mehr bloß einzelne In—
dividuen, sondern größere Vereine, welche dem Wohlthun Zeit,
Geld und Arbeitskraft opfern, und die philanthropische Bewegung
ist endlich zu förmlichen internationalen Vereinigungen oder Wohl ˖
thätigkeitscongressen fortgeschritten, von denen ein gemeinsames plan
mäßiges Handeln im Geiste ächter christlicher Liebe angebahnt wird.
Fast scheint die Gefahr eines „Zu viel“ näher zu liegen, sobald
die philanthropische Bewegung die Form der Mildthätigkeit begün—
stigt, anstatt das Selbstaufraffen der niedern Stände zu vermitteln
und diejenige Richtung zu verfolgen, welche Schulze-Delitzsch so
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die Thätigkeit zur Hebung der arbeitenden Klasse die stetige Ten⸗
denz haben müsse, „sich immer entbehrlicher zu machen, indem allmäh—
lich die belebende Strömung der wirkenden Kräfte von den Helfern
sich mehr und mehr denen mittheilt, denen geholfen werden soll,
und zu deren eigenster That, zur Selbsthülfe wird.“

Es ist oben in dem Abschnitt, der von der Coneurrenz han⸗
delt, gezeigt worden, wie durch diese die Menschen nie lange Zeit
eine übermäßige Entschädigung für die Mitwirkung der Naturkräfte,
für neue Erfindungen, oder den Besitz von Werkzeugen erhalten
können. Die menschlichen Mühleistungen streben vielmehr danach,
sich auf den Fuß der Gleichheit gegen einander auszutauschen, sich
in ein gerades Verhältniß zur Arbeit zu setzen. Wenn ein Mensch,
oder eine Klasse Menschen sich einer Naturkraft oder eines neuen
Verfahrens bemächtigt, so bestimmt sich zuerst ihre Forderung nicht
nach ihrer eigenen Mühe, sondern nach der, welche sie andern er⸗