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Gewinne amortisirt sich der allmälig eonsumirt werdende Theil des
stehenden Anlagecapitals, so daß, wenn z. B. das Gebäude einmal
baufällig wird, dessen Preis schon längst erübrigt ist. Wir rechnen
sehr wenig, wenn wir den Capitalgewinn des Fabrikanten zu
10 pCt. anschlagen. Dann erhält der Seidenfabrikant aber am
Ende des Jahres 55000 Thlr. von welchen er vielleicht 3000 Thlr.
für sich verbraucht und 50000 Thlr. zum Capital schlagen kann.
Dadurch werden aber weitere zweihundert Arbeiter in Beschäftigung
gesetzt, oder die vorhandenen tausend Arbeiter zur Vermehrung
ihrer Geschicklichkeit und Thätigkeit besser bezahlt.

Der Mann des Luxus hat mit demselben Capital zwanzig
Leute beschäftigt und hat am Ende des Jahres nichts. Der Mann
der Arbeit und des Sparens hat, obgleich er ganz comfortabel zu
leben hatte, tausend Arbeiter ernährt und 50000 Thlr. an Gewinn
erübrigt. Das Capital des Schloßherrn wird mit jedem Jahre ge⸗
ringer, weil das Schloß am Ende baufällig wird. Das Capital
des Fabrikanten wächst mit jedem Jahre, setzt nach jedem Jahre
eine größere Masse von Arbeit in Bewegung.

„Gewiß“, wird vielleicht mancher Leser einwenden, „der Fabri
kant hat sein Vermögen nützlicher verwandt. Allein diese Wahl der
Verwendung des Geldes steht nicht immer frei. Gesetzt den Fall,
es ist ein Nichtindustrieller an einem Orte, welcher ein so großes
Vermögen hat, und der befindet sich einmal nicht in der Ver—
fassung, ein industrielles Unternehmen zu gründen. Ist es dann
nicht besser für die Bewohner, wenn er sein Geld verzehrt und
den Leuten zu verdienen giebt, als wenn er es aufhäuft? Denn
die Maurer, Schlosser, Tischler, Zimmerleute, die Tuchhändler und
Spezereikrämer, die Bierwirthe, Fleischer, Bäcker, die Hutmacher,
Schneider, Schuhmacher, und mie sie alle heißen mögen, werden
viel Geld von ihm zu lösen bekommen, was sie sonst nicht ver—
dienen würden. Das wäre doch offenbar ein großer Vortheil für
die Stadt oder den Ort.“

Auf einen solchen Einwurf müssen wir zunächst antworten:
Es kommt darauf an, zu was die Dienste verwandt werden, für
welche man allen jenen Handwerkern und Kaufleuten „Geld zu