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wie sie sich in England entwickelt hat, vom rein technischen Gesichts-
punkt aus betrachtet, große Vortheile mit sich bringt; es sind dies
eben die Vortheile der lokalen Arbeitstheilung. Aber auch das
Durcheinandergehen der Judustriegattungen, und die gleichmäßige
Vertheilung größerer Fabrikationszweige durch ein ganzes Land, hat
— wenigstens in einiger Beziehung — ihre technischen Vorzüge; die
sittlichen sind noch weit höher anzuschlagen. Vielleicht, daß auch in
der Schweiz trotzdem größere Industriestädte und geschlossene Indu.
striedistrikte sich bilden würden, wie dieß im Kleinen im industri⸗
ellen Jura wirklich der Fall ist, wenn nicht zu solchen Bildungen
die eigentliche Triebfeder fehlte. Die schweizerische Industrie ist
keine Dampfmaschinen-Industrie; sie ist lokal gebunden an Wasser⸗
kraft; sie vertheilt sich in den Stromgebieten; sie bildet so wohl
Straßen, aber keine Städte, und da einzelne Gewässer oftmals nur
an einer Stelle ihres Laufes die geeignete Triebkraft gewähren, sind
anch viele große gewerbliche Anlagen neben jenen Straßen über
das Land zerstreut.

Charakteristisch für die schweizerische Industrie ist es, daß die
Arbeiterkräfte, welche derselben gewidmet sind, sich ziemlich gleich-
mäßig auf das Handwerk und die Fabriken vertheilen, und weiter,
daß unter den Fabrikarbeitern eine verhältnißmäßig sehr bedeutende
Menge solcher sich befindet, welche nicht in Fabriken, sondern nur
für solche um's Stücklohn im Hause arbeiten.

Nach Franseini's Angaben sind etwa 12 pCt. der schweize⸗
rischen Bevölkerung Handwerker und etwa ebensoviel Fabrikarbeiter;
24 pCt. der Bevölkerung nimmt die gesammte Industrie in Anspruch.

Einige der Hauptindustriezweige der Schweiz gestatten ganz
vorzugsweise Hausarbeit bei fabrikmäßigem, d. h. in voller fabrik—
maßiger Arbeitstheilung sich entwickelndem Betriebe. Es gehört
hierher die Genfer Gold · und Schmuckarbeit, welche schon im Jahre
1848 3000, die Strohflechterei, welche damals 4000, die Zwirnerei
und Leinweberei, welche 9000, und die Uhrmacherei, welche 20500
Arbeiter beschäftigte; endlich auch die Weißfeinstickerei und die
Spitzenklöppelei.

Bei der Baumwollenspinnerei freilich kamen im Jahre 1855