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Das Capital wird häufig in Form von Geldstücken ausgeliehen,
angezahlt. Weil der Schuhmacher mit Eisen, der Schneider mit
Leder, der Schmied mit Holz im größeren Maßstab nichts anzu.
fangen weiß, so zieht er das Capital in Gestalt des Geldes, als
des bequemsten Tauschmittels, dem Capital in einer andern Gestalt
bor, außer in der, worin er es gerade braucht. Will ein Capitalist
dem Schuhmacher ein Capital in Gestalt von Leder, dem Schneider
in Gestalt von Tuch vorstrecken, dann werden diese auch damit zu-
frieden sein, und der Preis wird nur dem Namen nach in Geld,
als dem allgemeinen Werthmesser, festgesetzt sein. Capital kann
daher in Gestalt von Geld vorkommen, aber es ist durchaus nicht
nothwendig.

Der Umstand, daß das Geld als der Repräsentant des Werthes
fungirt, hat die nach dem Scheine urtheilende Menge zu dem Irr—
thum verleitet, daß das Geld an sich das Capital, der Reichthum
sei. Aber das edle Metall, aus welchem das Geld verfertigt wird,
hat neben seiner beschränkten Nützlichkeit nur so viel Werth, als
Dienstleistungen erforderlich waren, um es zu produciren. Im Welt-
verkehr äußert ein Unterschied im Metallvorrath wenig oder gar
keine Wirkungen. Ist die vorhandene Menge Goldes groß, so giebt
ein großes Stück Gold denselben Werth an, den bei einer geringeren
Menge Goldes ein kleineres Stück anzeigt. Wenn in einem be—
stimmten Lande der Geldvorrath zur Vermittlung einer gewissen Auzahl
don Tauschen sich vermehrt, so steigen die Waaren im Preise; wird der
Vorrath vermindert, so fallen die Waaren, weil eben eine geringere
Auzahl von Geldstücken dieselbe Summe von Tauschen bewerkstelli
gen muß. Aber durch den Verkehr mit dem Auslande wird das
Gleichgewicht wieder hergestellt. Die in einem Lande gefallenen
Waaren suchen die höheren Preise im Auslande; bei Steigerung
der Preise sucht das Ausland bei uns die höheren Preise und
führt Waaren ein. In dem einen Falle wird der Geldvorrath
wieder vermehrt, in dem andern wieder vermindert. Auf diese

Weise werden also Staaten durch Vermehrung oder Verminderung
hres Geldvorraths weder reicher noch ärmer, nur diese oder jene
Individuen werden es. Fraukreich hat einen größern Vorrath an