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berg vor diesen durch Naturschätze oder glückliche geographische Lage
nicht begünstigt ist, so darf man diese guten würtembergischen Credit-
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der Nationalökonomie zuschreiben: „daß die Capitalien am liebsten
dahin fließen, wo sie am sichersten und ungezwungensten sich be⸗
wegen können.“ Würtemberg hat sich nicht nur der Zinsschranken
entledigt, sondern auch alle andern Bestimmungen, welche aus falsch
berechneter Fürsorge den Capitalienverkehr unsicher gemacht haben,
über Bord geworfen, ja das würtembergische Recht erfordert für
den Darlehensvertrag nicht einmal eine schriftliche Urkunde oder
irgend eine Förmlichkeit.

Die Handelskrisis im Jahre 1857 und das durch die Kriegs⸗
gefahr verursachte Verkriechen des Geldes in der ersten Hälfte des
Jahres 1859 haben den Würtembergern recht deutlich die Vortheile
ihres jetzigen Rechtszustandes in der fraglichen Beziehung vor Augen
gestellt. Jene Ereignisse mußten natürlich ihren Einfluß auch auf
Würtemberg äußern und den ZSinsfuß erhöhen, aber man konnte in
Würtemberg noch am leichtesten Geld ereditirt erhalten, während
aus den mit ZSinsschranken belasteten deutschen Staaten damals die
dringendsten Geldgesuche nach Würtemberg gekommen sind. Das
Opfer von 6—8 pCt. per Jahr für ein vorübergeheudes Anlehen
über die Zeit der Geldnoth haben die würtembergischen Fabrikanten,
Kaufleute ꝛe. recht gern gebracht; denn es war nicht anzuschlagen
gegen die Nachtheile, welche sonst eine Nichteinhaltung mit ihren
Zahlungen, eine Beschränkung ihrer Fabrikthätigkeit, ein Nothverkauf
von Waaren ꝛc. für sie gehabt haben würden. Man konnte des—
halb vielfach die Würtemberger es loben hören, daß keine Zins—
schranken ihnen die schwere Zeit noch schwerer gemacht haben, und
sie nicht erst wie die Preußen mit vieler Mühe wenigstens eine
Suspension der Wuchergesetze hatten erkämpfen müssen. Es ist auch
ganz natürlich, daß Länder ohne Zinsschranken in den Zeiten von
Geldtheuerung weniger leiden, weil eine Menge Capitalisten, welche
in solchen Zeiten erhöhten Risikos ihr Geld um den gesetzlichen
Zinsfuß nicht hergeben wollen und es lieber einstweilen nutzlos in
der Kasse behalten, durch den erhöhten Nutzen, den sie unbeengt