283 —
sein, und befindet sich mit derselben im vollkommenen Einklange.
Der Grundeigenthümer strebt immer danach, sich den Gebrauch der
Naturkräfte bezahlen zu lassen, welche er in seinem Besitz hat, aber
er wird unaufhörlich in seiner thörichten und ungerechten Anmaßung
durch den Ueberfluß ähnlicher Naturkräfte, welche er nicht in seinem
Besitz hat, getäuscht. Die gewissermaßen unendliche Freigiebigkeit
der Natur macht ihn zu einem bloßen Inhaber. Aber wie, wenn
diese Freigiebigkeit endlich ihre Grenzen findet und nichts mehr von
jener Seite zu erwarten ist? — Die Neigung der Menschheit, sich aus—
zudehnen, muß gelähmt werden, die Uebervölkerung muß anhalten.
Keine volkswirthschaftliche Einrichtung kann sie von dieser Noth—
wendigkeit entbinden. In dem aufgestellten Falle wäre jeder Zuwachs
der Bevölkerung durch die Sterblichkeit unterdrückt; selbst eine noch so
optimistische Menschenliebe kann nicht so weit gehen, zu behaupten,
daß die Anzahl der Menschen noch zunehmen könne, wenn das Zu—
nehmen der Lebensmittel unwiderruflich aufgehört hat.

Man kommt also zu einer neuen Ordnung der Dinge, und
die Gesetze der socialen Welt wären nicht mit einander im Ein-
klange, wenn sie nicht für einen möglichen, obgleich von dem unsri.
gen so verschiedenen Zustand gesorgt hätten.

Die hervorgehobene Schwierigkeit läßt sich auf Folgendes
zurückführen: Gesetzt, es befände sich mitten auf dem Ocean ein
Schiff, welches noch einen Monat braucht, um das Land zu erreichen.
aber nur für 14 Tage Lebensmittel mit sich führt. Was ist zu
thun? Offenbar muß man die Ration jedes Matrosen vermindern.
Dies ist nicht Härte des Herzens, sondern Weisheit und Gerechtigkeit.

Auf dieselbe Weise wird, wenn die Bevölkerung bis zur äußer-
sten Grenze dessen gestiegen ist, was die ganze Erde, in Cultur ge⸗
setzt, ernähren kann, so wird ein Gesetz, welches äußerst milde und
umfehlbare Anordnungen gegen eine weitere Vermehrung der Men—
schen trifft, weder hart noch ungerecht sein. Aber hier bietet das
Grundeigenthum noch die Lösung. Dasselbe wird unter der Triebfeder
des persönlichen Vortheils den Boden die größtmöglichste Menge von
Lebensmitteln erzeugen lassen Durch die Theilung der Grundstücke
wird es jede Familie in den Stand setzen, in Bezug auf sich selbst die