Gefahr einer unklugen Vermehrung zu würdigen. Es ist klar, daß
jedes andere System z. B. der Communismus für die Erzeugung
ein minder thätiger Antrieb und gegen die Uebervölkerung eine min
der kraͤftige Schrauke sein würde.

Nach Allem scheint die Volkswirthschaftslehre ihre Aufgabe
erfüllt zu haben, wenn sie beweisst, daß das große und gerechte
Besetz der Gegenseitigkeit der Leistungen auf harmonische Weise sich
erfüllen wird, so lange nicht der Fortschritt für die Menschheit auf ˖
gehört hat. Ist es nicht ein tröstlicher Gedanke, daß bis zu diesem
Zeitpunkte und unter dem Schutze der Freiheit, es nicht in der
Macht einer Klasse liegt, eine andere zu unterdrücken? Man könnte
die Wissenschaft noch fragen: da die Menschen das Bestreben haben
sich zu vervielfältigen, was wird geschehen, wenn es auf der Erde
keinen Raum mehr für neue Bewohner geben wird? Hat Gott
für diese Epoche irgend eine schöpferische Ueberschwemmung, irgend
eine Offenbarung seiner unendlichen Macht in Bereitschaft? Oder
soll man an die Zerstörung dieser Welt glauben? Dies sind, wie
einleuchtet, keine volkswirthschaftlichen Fragen mehr und jede Wissen.
schaft stößt auf ähuliche Schwierigkeiten. Die Physiker wissen sehr
wohl, daß jeder Körper, welcher sich auf der Oberfläche der Erd⸗
kugel bewegt, abwärts geht, und nicht wieder emporsteigt. Dem ⸗
zufolge wird ein Tag kommen, wo die Berge die Thäler ausgefüllt
haben, wo die Mündungen der Flüsse auf gleicher Höhe mit ihrer
Quelle liegen und die Wasser nicht mehr rinnen werden. Was
foll alsdann geschehen? — Soll die Physik aufhören, die jetzige
harmonische Welteinrichtung zu beobachten und zu bewundern, weil
sie nicht enträthseln kann, durch welche andere Harmonie Gott für einen
Zustande der Diuge sorgen wird, welcher zwar sehr entfernt, aber
unvermeidlich ist? Es scheint, daß hier der Nationalökonom wie der
Physiker an die Stelle der Neugierde das Vertrauen zu setzen hat.
Der, welcher so wunderbar das Medium gefunden hat, durch wel.
ches wir leben, wird wohl ein anderes Medium durch andere Um⸗
stände zu bereiten wissen.

Wir urtheilen über die Hervorbringuugskraft des Bodens und
der menschlichen Thätigkeit nach den Thatsachen, welche wir sehen.