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daß die eigene Thätigkeit der Erde und die Mitwirkung der Natur-
kräfte für nichts zählen, auch den Preis der Ernten nicht belasten
können, und somit unentgeltliches Gemeingut Aller bleiben. Dies
alles ist aber nur scheinbar richtig. Wir sind vielleicht in Verlegen⸗
heit, den Fehler dieser Beweisführung aufzufinden, und doch ist
sie fehlerhaft. Um sich hiervon zu überzeugen, genügt die That-
sache, daß es in Deutschland bebaute Aecker gibt, welche von hun—
dert Thaler bis sechstausend Thaler die Hufe gelten, ein ungeheu—
rer Unterschied, der sich viel leichter durch den der Fruchtbarkeit
als den der aufgewendeten Arbeiten erklärt. Leugnen Sie also nicht,
daß die Fruchtbarkeit ihren besonderen Werth hat, denn jeder Ver⸗
kauf bestätigt es. Wer ein Gut kauft, untersucht seine Beschaffen-
heit, und hiernach bezahlt er. Wenn von zwei neben einander
gleich gelegenen Feldern das eine fetter angeschwemmter Boden,
das andere dürrer Sand ist, so wird sicherlich das erste mehr gel⸗
ten, als das zweite, obgleich beide möglicherweise dasselbe Capital
berschlungen haben, und in der That beunruhigt sich der Käufer
keineswegs über diesen Umstand. Seine Augen sind auf die Zu—
kunft, sind nicht auf die Vergangenheit gerichtet. Ihn interessirt
nicht, was der Acker gekostet hat, sondern was er einbringt, und er
weiß, daß er nach Verhältniß seiner Fruchtbarkeit einbringt. Diese
Fruchtbarkeit hat also einen eigenen, inneren, von jeder menschlichen
Arbeit unabhängigen Werth. Das Gegentheil behaupten, heißt
die Rechtmäßigkeit des persönlichen Eigenthums aus einer Spitzzfin-
digkeit oder aus einem Widersinn ableiten wollen.“

Die Antwort auf diesen Einwand findet sich in der Theorie
über den Werth. Dort ist gesagt: der Werth umfaßt nicht wesent⸗
lich die Arbeit; noch weniger steht er nothwendig zu derselben im
Verhältniß. Es ist gezeigt, daß die Grundlage des Werths weni—⸗
ger die übernommene Mühe desjenigen ist, welcher ihn abtritt, als
die ersparte Mühe dessen, welcher ihn empfängt, und deshalb haben
wir ihn in etwas gelegt, worin diese beiden Elemente enthalten
sind: in die Leistung. Man kann einen großen Dienst mit sehr
geringer Anstrengung sowie mit großer Anstrengung einen sehr mit.
telmäßigen Dienst leisten. Hieraus folgt, daß die Arbeit nicht