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daß die Stände der Provinz Westphalen sich allerdings wiederholt
über eine zu hohe Abschätzung ihrer Probinz gegen die Rheinpro—
binz beschwert haben, erkennt man aus dem ganzen bei den Kata⸗
stralermittelungen befolgten Verfahren und den unbefangenen
Aeußerungen der Katasterbehörden selbst sehr klar, daß der Grund
jener Thatsache schwerlich allein in einem zufälligen historischen
Verhältniß zu suchen ist, Wie in Frankreich, so räumen auch am
Rhein die Kataster behörden selbst ein, daß das Ergebniß jeder
Reinertrags Berechnung ein unsicheres sei, und daß eine Ueberein-
stimmung der ermittelten Katastralerträge mit den wirklichen wirth ·
schaftlichen Reinerträgen in keiner Weise verbürgt werden könne;
daß das Kataster vielmehr nur Verhältnißzahlen darböte und daß
die Angemessenheit derselben (nämlich dieser Verhältnißzahlen), oder
die Gleichmäßigkeit der Einschätzung sehr viel mehr auf der un
mittelbaren Vergleichung der katastrirten Grundstücke nach dem
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wvelche der Verkehr und die Beobachtung darbieten, als auf den
Ergebnissen der Berechnung beruhe. Jede der verschiedenen Ope—
rationen, welche behufs der Berechnung der Reinerträge vorgenom-
men werden, mit Ausnahme der Vermessung, also die Classification
des Grund und Bodens nach seiner uatürlichen Beschaffenheit, die
Bestimmung des Natural -Rohertrages, die Berechnung des Geld⸗
werthes desselben, endlich die Ermittelung der Kulturkosten, ge⸗
währen für das Urtheil und das verständige Ermessen der ausfüh-
renden Behörden einen Spielraum, welcher für verschiedene Personen
und verschiedene Verhältnisse eine Verschiedenheit der Anwendung
nicht nur gestattet, sondern wahrscheinlich macht, auch wenn man
oon jedem Eiunfluß der dabei betheiligten Interessen absieht.

Die Classification des Bodens beruht selbstredend auf unmit.
elbarer Auschauung und Vergleichung. Das darauf gestützte
Urtheil entzieht sich jeder andern nicht auf derselben Grundlage
ruhenden Controle. Nun hängt die natürliche Fruchtbarkeit des
Bodens noch von vielen auderen Momenten ab, als von der Zu—
sammensetzung der äußeren sichtbaren Erdkrume, z. B. von der
Beschaffenheit des Untergrundes, von den Feuchtigkeitsverhältnissen,