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taster überhaupt verwerfen, und es bleibt uns nichts anders übrig,
als die Grundsteuer wie eine Einkommen⸗ resp. wie eine Gewerbe—
steuer zu behandeln.

Wenn wir zudem sehen, wie in England und Amerika die
Grundsteuererhebung ohne Kataster nach jährlicher Einschätzung mit
sehr geringen Kosten und sehr befriedigend vor sich geht, wie die
Pacht und Kaufpreise, welche ja auch bei der Anlegung der Ka
taster in Anschlag gebracht werden, die Ermittelungen des Einkom—
mens sehr leicht und wenig kostspielig machen und dennoch eine
möglichst große Gleichmäßigkeit zu Stande bringen, so müssen wir
uns für das in den letzteren Ländern, und weil Pachten bei uns
jetzt seltener vorkommen, vornehmlich für das in Amerika beobach⸗
tete Verfahren entscheiden.

Die Geunossen einer jeden Gemeinde kennen fast ohne Aus.
nahme ganz genau den Ertrag der in ihrer Gemarkung liegenden
Grundstücke. Die durchschnittliche Höhe des Ertrages richtet fich je
nach der Bodenbeschaffenheit, Lage und der Bebauung eines Grund⸗
stückes. Nach diesem Durchschnittsertrag wird der Kaufpreis be⸗
messen. Ein Acker von gleicher Bodenbeschaffenheit und Lage als
ein anderer wird besser bezahlt als letzterer, wenn er besser gedüngt
und in Stande gehalten wird, oder wenn ein besserer Weg dahin
führt. Die Marktgenossen kennen die Eigenschaften jedes Grund⸗
stückes in der Regel bis auf die feinste Nuance und wissen danach
dessen Werth je nach dem Stand der Verkehr- und Geldverhält⸗
nisse des Landes selbst sehr sicher zu bemessen. Voin Kaufpreis
läßt sich also ein ganz zuverläßiger Schluß auf den Reinertrag
ziehen. Deshalb ist gar nicht nöthig, bei der Steuerumlage den
Ertrag durch mühevolle, zeitraubende, kostspielige und dennoch unzu
verlässige Nachforschuugen erst zu ermitteln, weil eben die öffentliche
Meinung einer jeden Gemeinde und eines jeden Bezirkes diesen
Ertrag schon durch öftere Einsicht und langjährige Erfahrung ken-

nen gelernt und danach eben den Kaufpreis der Grundstücke be—
rechnet hat. Diese öffentliche Meinnng folgt stets mit Aufmerksam ⸗
keit dem Einfluß, welchen der Wechsel der Verkehrsberhältniffe auf
den Absatz der Bodenproducte; und folglich auf den Ertrag der