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— Ja, aber hier haben wir es nicht mit dem Christenthum,
sondern mit der Volkswirthschaft zu thun.

-Sehr traurig. Doch weiter. Ich habe dich zum unum—
schränkten König gemacht, nicht damit du blos Folgerungen ziehen,
sondern damit du auch handeln sollst. Deine Macht ist durch nichts
begrenzt. Sage mir, was du jetzt thun wirst, kraft der Lehre: „der
Reichthum besteht im Gelde“.

— Ich werde unaufhörlich die Masse des Geldes im Schoße
meines Volkes zu vermehren suchen.

— Aber nach unserer Voraussetzung giebt es in deinem Reiche
keine Bergwerke. Was wirst du nun thun was wirst du befehlen?

— Ich werde nichts befehlen, sondern blos verbieten. Bei
Todesstrafe werde ich verbieten, auch nur einen Thaler außer Landes
zu schicken.

— Und wenn nun dein Volk zwar Geld, aber auch Hun—⸗
ger hat?

— Einerlei. Nach unserem Systeme wäre die Erlaubniß zur
Ausfuhr des Geldes gleichbedeutend mit der, sich selbst arm zu
machen.
— Also würdest du das Volk zwingen, nach einem Grundsatze
zu handeln, welcher gerade demjenigen entgegengesetzt wäre, den du
für dich selbst in ähnlichen Umständen befolgst. Warum das?

— Ohne Zweifel, weil mein eigener Hunger mich selbst quält
— der Hunger der Völker aber die Gesetzgeber nicht quält.

— Nun, ich kann dir sagen, daß dein Plan zu Schanden
werden würde, denn es giebt kein Mittel, wenn ein Volk Hunger
hat, die Geldausfuhr zu hindern, sofern nur die Korneinfuhr er⸗
laubt ist.
— In dem Falle ist der Plan, mag er nun auf falschen oder
richtigen Grundsätzen beruhen, unwirksam, und wir hbaben uns nicht
weiter damit zu befassen.

— Du vergissest, daß du Gesetzgeber bist. Wird ein Gesetz-
geber sogleich ohne Weiteres zurückschrecken, wenn er nur an Au.
deren seine Versuche macht? Wenn dein erster Befehl nichts hilft,
wirst du da nicht deinen Zweck durch ein anderes Mittel zu er⸗