ausführen, durch ihre eigene Concurrenz gezwungen, ihre Preise um
so viel herabzusetzen, und so machst du mit diesen Prämien oder
Steuern dem Auslande ein reines Geschenk.

Ja, aber das Geld geht doch nicht aus dem Lande.

— Ja so! Du hast Recht. Aber weun dein System vortheil
haft ist, so werden die Nachbarstaaten es auch anwenden. Sie
werden ebenfalls Einfuhrverbote erlassen, Grenzwächter anstellen,
und die Producte deines Landes zurückweisen, damit sich auch bei
ihnen der Geldborrath nicht vermindert.

— Ich werde mit meinem Heere ihre Schlagbäume zer
sprengen.

Sie werden bei dir dasselbe thun.

Ich werde mir eine Flotte bauen, Eroberungen machen,
Colonien anlegen und meinem Volke Consumenten schaffen, die
schon gezwungen sein sollen, unser Korn zu essen und unsern Wein
zu trinken.

— Die andern Könige werden dasselbe thun. Sie werden dir
deine Eroberungen, deine Colonien und die Consumenten streitig
machen. Also wird die Folge ein allgemeiner Krieg sein, der die
ganze Welt in Flammen setzt.

— Ich werde meine Steuern, meine Zollwächter, mein Heer
und meine Flotte vermehren.

Die Andern werden dasselbe thun.

Ich werde meine Anstrengung verdoppeln.

Sie desgleichen. Indessen sehe ich nicht, daß es dir bei
alle dem gelingen wird, viel zu verkaufen.

— Ach, das ist wahr! Es ist schon Glück genug, wenn sich die
Anstrengungen zur Hebung des eigenen Haudels und zur Unterdrückung
des Handels der Ausländer blos gegenseitig aufheben.

— Und ebenso die militairischen Anstrengungen. Nun sag'
mir, diese Grenzwächter, Soldaten, Kriegsschiffe, erdrückenden Steuern,
dieses ewige Streben nach einem unmoͤglichen Resultat, dieser ewige
offene oder geheime Kriegszustand mit der ganzen Welt, ist das
nicht Alles die nothwendige Folge dabon, daß sich der Gesetzgeber
in den Kopf gesetzt hat: „Der Reichthum besteht im Gelde; das