nicht mehr 10 Thaler darstellte. Also ward es klar, daß was von
jedem Einzelnen wahr ist, nicht von Allen zusammen wahr ist.

— Das glaube ich wohl: Du setzest aber auch blos eine all—
gemeine Vermehrung der Marken ohne eine entsprechende Vermeh⸗
rung des Satzes unter dem Leuchter voraus.

— Und du setzest eine allgemeine Vermehrung des Geldes
voraus, ohne eine entsprechende Vermehrung der Dinge, deren Tausch
das Geld erleichtert.

— Willst du denn das Geld mit den Marken vergleichen?

— In andern Punkten gewiß nicht; aber wohl in Bezug auf
die Gründe, welche du mir entgegenhieltest, und die ich zu be⸗
kämpfen hatte. Einen Punkt mußt du wohl beachten. Damit eine
allgemeine Vermehrung des Geldes im Lande statt habe, muß dies
Land entweder Minen haben, oder sein Handel muß sich so gestal-
ten, daß er mützliche Dinge ausführt, um dafür Geld einzuführen.
Außer diesen beiden Voraussetzungen ist eine allgemeine Geldver⸗
mehrung unmöglich, indem das Geld sonst nur aus der einen Tasche
in die andere wandert; und obgleich es wahr ist, daß Jeder für
sich genommen um so viel reicher ist, je mehr Geld er hat, so ist
doch in diesem Falle die Verallgemeinerung dieses Sazzes falsch,
weil ein Thaler mehr in einer Börse zur nothwendigen Voraus—
setzung hat, daß eine andere Börse einen Thaler weniger enthält.
Wenn es nun in einem Lande Minen giebt, und dieses Land genug
Gold daraus zieht, um sich im Auslande nützliche Dinge dafür
kaufen zu können, z. B. einen Dampfwagen, so bereichert es sich
um alle die Genüsse, welche ein Dampfwagen verschaffen kann,
grade als wenn es ihn selbst gemacht hätte. Die Frage ist nur,
ob das erste Verfahren oder das zweite mehr Austrengungen ver—
ursacht. Auch ist das Hereinschaffen des Geldes durch Handels⸗
operationen nur dann ein Vortheil, wenn das Land Gold mehr
nöthig hat, als die nützlichen Dinge, die es dafür hingeben muß.
Darüber müssen die Betheiligten urtheilen und nicht das Gesetz.

— Ich gebe zu, wir können kein Gold einführen, ohne nützliche
Dinge dafür auszuführen, mithin uns gewisser Mittel zur Befriedi⸗
gung unserer Bedürfnisse zu berauben. Aber wie viel neue Be—