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— Nun, der Schein, sollte ich denken, wäre auch dafür.

— Ja, der Schein, aber nicht die Wahrheit. Als Maß für
Länge, Flächeninhalt, Gewicht u. s. w. hat man eine allgemein an—
genommene, unveränderliche Größe; anders ist es aber mit dem
Werthe des Goldes und Silbers. Er verändert sich ebenso wie der
des Getreides, des Weines, des Tuches, der Arbeit, und zwar aus
denselben Ursachen, denn er geht aus denselben Quellen hervor und
unterliegt denselben Gesetzen. Das Gold kommt in unsern Besitz
gerade wie das Eisen, durch die Arbeit der Bergleute, die Vor⸗
schüsse der Capitalisten und die Mitwirkung der Seemänner und
Kaufleute. Es gilt mehr oder weniger, je nachdem es mehr oder
weniger auf dem Markt ist, und je nachdem es hier mehr oder
weniger gesucht wird, mit einem Worke, es unterliegt in Betreff der
Schwankungen seines Preises ganz demselben Geschicke, wie alle
menschlichen Erzeugnisse. Aber ein seltsamer Umstand verursacht
hierbei viele falsche Vorstellungen. Wenn der Werth des Geldes
sich verändert, so schreibt die Sprache diese Veränderung den an ⸗
dern Produeten zu, gegen welche man es vertauscht. Denken wir
uns z. B., daß alle Umstände in Bezug auf das Gold dieselben
bleiben und die Kornerute mißrathen sei, dann wird das Korn im
Preise steigen; man sagt: ein Scheffel Korn, der früher 2 Thlr.
kostete, kostet jetzt 3 Thlr., und man drückt sich auch ganz richtig
aus, denn der Werth des Getreides hat sich verändert, und die
Sprache giebt hier das Sachverhältniß ganz richtig wieder. Aber
setzen wir den umgekehrten Fall: alle Umstände bezüglich des Kornes
bleiben dieselben, und die Hälfte alles Goldes auf der ganzen Erde
verschwindet, dann würde also der Werth des Goldes steigen. Man
müßte also eigentlich sagen: dieser Louisd'or war früher 83 Scheffel
Korn werth, jetzt gilt er 6 Scheffel. Nun, weißt du wie man sich
aber ausdrückt? gerade so, als ob der andere Gegenstand der Ver—
gleichung im Preise gesunken wäre; man sagt: das Getreide, das
früher 10 Thlr. Gold kostete, gilt jetzt nur ein Louisd'or.

— Das kommt doch am Ende auf eins heraus.
— Ohne Z8weifel, aber denke dir alle Verwirrungen, alle
Täuschungen, welche im Handel vorkommen müssen, wenn der Werth