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ebendeshalb wandte sich nach 1850 die Strömung des ealifornischen
Goldes stark nach Paris, bis das umgekehrte Verhältniß eintrat.
Da die Masse des Silbers ziemlich stationär blieb, die des Goldes
dagegen wuchs und letzteres deshalb wohlfeiler ward, so stieg das
Silber höher, als es in Frankreich gewerthet war, und ward aus—
geführt. Die Goldwährung herrscht also in Frankreich thatsächlich.
Die Frage wird nun aufgeworfen: ob es nicht zweckmäßig, ja nöthig
sei, daß unser Vaterland den voraugeschrittensten Culturvölkern, den
Engländern, Nordamerikanern und Franzosen folge und zur Gold
währung übergehe. Wir wollen die Fürsprecher dieser Ansicht hö—
ren. Der erste Grund, den sie anführen, ist der Vortheil, daß Gold
mit weit geringeren Kosten als Silber zu Münzen verarbeitet wer⸗
den kann. Dies muß bereitwillig zugegeben werden, der Schlagsatz
ist natürlich bei dem höheren Werthe des Goldes ungleich geringer
als bei dem Silber, auch zeigt die Erfahrung, daß letzteres sich
leichter abschleift. Aber keinesweges geben wir den Nachsatz zu,
den man aus jenem Vordersatz zieht, daß dieser Vortheil für den
Gebrauch des Goldes als Maß aller Werthe und als Werkzeug,
um Macht zu kaufen, im Großhandel entscheide. Die handelspoli—-
tische Macht eines Landes ruht auf seinem gesammten National-
wohlstande, nicht, oder doch nur auf kurze Zeit und einzeln wie in
Californien, auf den edeln Metallen. Die großen Geschäfte werden
durch Wechsel vermittelt und ein Blick auf die Ein und Ausfuhr⸗
listen der großen Handelsstaaten zeigt, daß nur ein verhältnißmäßig
geringer Theil des Verkehrs mit Contanten saldirt wird. Aber es
ist noch ein anderer Umstand in Betracht zu ziehen. Wenn es aus
dem eben angeführten Grunde nicht darauf ankommt, ein möglichst
hohes Werthmaß zu haben, so ist es sehr wichtig, ein möglichst ge
naues zu haben. Sehr richtig sagt in dieser Beziehung der Ver⸗

fasser der Schrift ‚Zur Bankfrage“: „Eine Währung ist nicht nur
da für den Großhandel, sondern für alle Schichten des Verkehrs;

sie muß eindringen können auch in die kleinsten Verhältnisse dessel⸗

ben, wie das Blut auch durch die feinsten und engsten Arterien
fließt“ Mit Recht hat man gesagt, daß, wo es Kupferpfennige

giebt, es auch Werthe geben wird, die dafür zu kaufen sind, daß