Der Credit und die Banken.

Was zu den charakteristischen Merkmalen der neueren Zeit, in
volkswirthschaftlicher Hinsicht, gehört, ist der Uebergang von der Geld—
wirthschaft zur Creditwirthschaft, von der alleinigen oder hauptsäch⸗
lichen Vermittlung des Tausches durch baares Geld bis zur haupt
sächlichen Vermittlung durch das Vertrauen auf Versprechungen
künftiger Zahlung. Man kann drei Perioden der Entwicklung des
Volkswirthschaftslebens unterscheiden, die der Naturalwirthschaft als
erste, der Geldwirthschaft als zweite, der Creditwirthschaft als dritte.
Die letzte Periode ist die, in der sich heute die europäischen Cultur-
völker befinden. Will man noch weiter unterscheiden, so kann man
als Fortschritt der Creditwirthschaft den Umstand bezeichnen, daß in
letzterer Zeit der persönliche Credit das Realereditwesen überflügelt
hat. In der Sphäre des Großhandels und des Fabrikgewerbes wird
die sachliche Sicherheit des Lombard- oder des Hypothekareredits
durch die persönliche des Wechseleredits verdräugt. Die neuesten
Volksbanken WVorschußvereine) führen den persönlichen Credit auch
in die untersten Ränge der übereinander geschichteten Gesellschaft ein,
also gerade da, wo er am nothwendigsten ist, da, wo es weder
Häuser noch Grundstücke zu verpfänden giebt.

Der Credit ist nicht im Stande, durch sich selbst wirkliches
Capital zu schaffen, das immer nur das Resultat productiver Arbeit