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ten und Berufsgenossen, welche genauere Einsicht in den Gewerbs—
und Vermögensstand eines Vorschußsuchers und dessen jeweilige Ver—
änderungen haben, erwies sich die Bürgschaft als der untrüglichste
Anhalt, welche, oder statt deren Pfand, immer gefordert wird, so⸗
bald die verlangte Summe das Guthaben um ein Namhaftes
ibersteigt. Da der Dienst, den sich die Mitglieder als Bürgen lei⸗
sten, ein gegenseitiger ist, indem der Bürge selbst bald in die Lage
kommt, des Anderen zu bedürfen, so hat sich das desfallsige richtige
Verhältniß bald unter den Mitgliedern regulirt, und wo die Bür—
gen fehlen, da ist das stets das sicherste Zeichen, daß der Vor—
schußsuchende kein Vertrauen verdient. Auf solche Weise sind Ver—
luste Seitens der Vereinskassen durch Insolvenz der Schuldner über⸗
aus selten, und ist übrigens zu deren Uebertragung ein besonderer
Reservefond gebildet.

Die Zinsen der Vorschußempfänger, welche die Hauptkassenein.
nahme bilden, und von denen die Sinsen der Vereinsgläubiger, die
Verwaltungskosten und die Dividende gedeckt werden müssen, hat
man durchschnittlich auf 10 pCt. jährlich normirt. Bei dem raschen
Umsatz im Kleingewerbe, wonach die Vorschüsse meist nur einige
Monate gebraucht werden, den viel höheren wucherischen Zinsen,
welchen sich unbemittelte Gewerbtreibende außerhab der Vereine un.
terwerfen mußten, und dem bedeutenden Vortheile, daß sie stets auf
eine ihren Verhältnissen entsprechende baare Summe rechnen können,
welche, richtig angewendet, ihnen einen weit größeren Nutzen in
ihrem Gewerbe gewährt, hat man diesen ZSinssatz (5 Sgr. für
20 Thlr auf 1 Monat) nie drückend gefunden. Da nun überdem
der ganze Sinsenüberschuß in der Gestalt der Dividende den Mit—
gliedern wieder zufließt und ihr Guthaben erhöht, so sind Anträge,
den Zinsfuß zu reduciren, mehrfach von den Generalversammlungen
jurückgewiesen, da die Reduction höchstens 2 bis 8 pCt. betragen
und nur auf Unkosten der Divbidende geschehen könnte, wodurch ein
Hauptreiz zum Sparen und der dadurch ermöglichten Erhöhung
der Monatssteuern wegfallen würde.

Die Verwaltung liegt überall in den Händen von Ausschüssen,
welche von den Mitgliedern aus ihrer Mitte erwählt und jährlich