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Die Entwickelung des Genossenschaftswesens auf deutschem
Boden ist seitdem eine erfreuliche gewesen. Von sporadischen Aufängen
und kleinen Experimenten hat dasselbe sich in wenigen Jahren zu
einem Factor der Capitalbewegung herausgebildet, dessen Bedeu-
ung aus den ansehnlichen 8Sahlen der Statistik in die Augen
springt. Die Darlehnsgenossenschaften, Rohstoff · Magazin- und
Consumvereine haben zusammen nach den Schätzungen, die Schulze—
Delitzsch in seinem dem Congresse deutscher Volkswirthe vorgelegten
Jahresberichte aufstellt, im Jahre 1860 bereits einen Umsatz von
12 Mill. Thlr. erreicht oder überstiegen, und die von den Credit⸗
genossenschaften ertheilten Vorschüsse, welche auf 10 Mill. Thlr. zu
scchätzen sind, übersteigen die Schätzungen des Vorjahres um 4 Mill.
Thlr. Das sind Resultate, welche in ihrem Umfange die kühnsten
Erwartungen übertreffen, welche gleichzeitig dazu auffordern, nach-
zuforschen, ob und in welcher Weise die Genossenschaften, um zu
'olchen Resultaten zu gelangen, sich in ihrem Wesen verändert haben.

Die wichtigste Klasse bilden die Creditgenossenschaften. Wir
ttellen aus den bis jetzt erfolgten Jahresberichten die Resultate der
Statistik der Vereine, über welche Zahlenangaben überhaupt vor⸗
liegen, voran, wobei wir jedoch vorweg bemerken, daß die Statistik
keinesweges alle bestehenden Vereine dieser Art umfaßt.

1858. 1859. 1860.
Zahl der Vereine, über welche
statistische Auskunft vorliegt
Mitgliederzahl .........
Summe der geleisteten Vor-⸗
schüsse, einschließlich Prolon
gationen . .... . ... Thlr. 2,086,036 4131,436 8,478,489
Summe des Betriebsfonds, 718,109 1,290,150 2,921,491
Davon:
1. Gesellschafts⸗Antheile
der Mitglieder. ...
Reserven.....
Summe 1 u. 2 eigene
Fonds ..-.

45 80 133
1,183 18,676 31,603

104094 246,001 462,012
14,555 30,845 66,865
118,649 276,846 328,877