494
1858. —1859. 1860.
3. Aufgenomme Darlehen Thlr. 299,5334 301,795 1,069, 838
4. Spaareinlagen..... 299,180 512,350 1,322,594
Summe 3 und 4fremde
Fonds. ....... „388,714 1,014 145 2392,327
Verluste . ..... o6 470 1,490
Von besonderem Interesse für die Erkenntniß der Natur der
Anstalten ist das Verhältniß der eigenen und der geborgten Be—
triebsfonds. Dieselben betrugen in den Prozentsätzen:
1858. 1859. 1860.
Eigene Betriebsfonds. ......... ppct. 167 21,5 18,1
Aufgenommene Darlehen. ......., 41,7 3888 3864
Spareinlagen ........... „416 39,7 45,3
Summe der Betriebsfonds....pct. 100 100 100
In diesen Verhältnißzahlen springt sofort eine eigenthümliche
Entwickelung in die Augen. Wenn der ursprüngliche Gedanke der
Creditgenossenschaften der war, daß die Mitglieder durch ihre Ein—
schüsse einen eigenen Fonds zusammenbrachten, der als Grundlage
des Geschäfts und der solidarischen Haftung diente, daß sie den
durch die solidarische Haftung begründeten Credit aber benutzten,
um sich feste Darlehen in runden Summen und auf lange Kündi—-
gungsfristen zu verschaffen, mit welchen sie ihre kürzeren Credite be—
willigten, so erscheint diese Natur sehr wesentlich geändert. Durch
die große und wachsende Bedeutung der Spareinlagen nämlich sind
sie zu wirklichen Depositenbanken geworden, welche von den soge—
nannten Kunden disponible Summen und Sümmchen aufnehmen
mit der Verpflichtung, dieselben, mit Innehaltung gewisser Kündi⸗
gungsfristen, zurückzuzahlen, und welche mit diesen der Bewegung
und Veränderung unterworfenen Fonds Geschäfte machen. Sie find
Reservoire des kleinen Verkehrs und der kleinen Leute, in welche
diese ihre Ersparnisse und disponiblen Capitalien abgeben und aus
welchen sie dieselben wieder zurückziehen, wenn sie ihrer anderweitig
bedürfen. Nach den Bilanzen vom 31. December 1860 machten
diese Spardepositen bereits fast die Hälfte ihrer Betriebsfonds aus.
Diese Entwickelung ist keine unerwartete. Sie hat im Plane