bilden, die den Arbeiter in Stand setzt, gut und billig zu produ⸗
ciren, reichen nicht aus, um Absatz und angemessene Preise für
seiner Hände Arbeit zu gewinnen. Dieser letzte Zweck läßt sich nur
erreichen durch Geuossenschaften zum Gewerbebetriebe für geinein.
schaftliche Rechnung. Dadurch tritt nicht mehr der Einzelne, son⸗
dern die Genossenschaft dem Publikum als Producent gegenüber, sie
leistet die gesuchte Garantie für eine ausreichende Beschäftigung
Aller, für Erzielung angemessener Löhne und Preise. Sie kann
ihren Verkehr so ausbreiten, daß es gelingt, Magazine fertiger
Handwerkerwaaren, wie sie das Publikum begehrt, zu errichten und
mit den von der commerziellen Spekulation etwa schon errichteten
Magazinen, z. B. von Kleidern, Schuhen und anderen, vortheil⸗
haft zu concurriren. Dabei treten die innungsgemäßen Einwirkun.
gen auf Geist und Sinn der Mitglieder unmerklich wieder hervor,
das erhöhte Selbstgefühl und ein ruhigerer Hinblick in die Zukunft,
die bestehende solidarische Haft des Einen für den Andern erzeugt
eine gegenseitige Controlle der Mitglieder, indem Allen daran ge⸗
legen sein muß, daß der Einzelne nicht physisch oder moralisch zu
Grunde gehe. Darum ist die Association die Innung der Zukunft.
Durch sie wird es möglich, Capital und Arbeit in ein geregeltes
Verhältniß zu bringen; in ihr werden diese beiden Faktoren der
Gesellschaft sich die Hände reichen.“
Ueber das Historische des Genossenschaftswesens giebt uns
V. A. Huber in seinem Buche: „Reisebriefe aus Belgien,
Frankreich und England'“ (Hamburg 1855), ferner in dem
ersten Hefte seiner Concordia interessante Aufschlüsse. Zunächst dürfte
es nicht ganz überflüssig sein, dem von französifcher Eitelkeit und
Unwissenheit aufgebrachten und in Deutschland wiederholten Vorur—
theil entgegen zu treten, als wenn das englische Associationswesen
unter dem Einfluß des französischen Communismus und Socialis—
mus entstanden wäre. Dabon findet sich nirgends eine Spur. Will
man für die Sache einen „Vater“ suchen, so gebührt die Ehre
keinem andern, als jenem wunderlichen phantastischen, aber aufrich-
tigsten Philanthropen Robert Owen, der (nach dem Ende der großen
Kriege) in seiner sogenannten Philosophie vielfach durch deren