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„Meister“ in ihrem Fache; sie lieferten auch meisterhafte Arbeit.
Es war dies theils die Folge der Lehr und Wanderzeit, welche
damals um so nöthiger war, als bei dem Mangel anderweitiger
Bildungsmittel, nur auf diese Weise eine vollständige Kenntniß des
Gewerbes, seiner Betriebsformen und Hülfsmittel erlangt werden
konnte, theils der Beschränkung auf einzelne Arbeitszweige, indem
hier natürlich wie überall bei der Arbeitstheilung das Sprüch—
wort „Uebung macht den Meister“ seine Bewährung fand. Die
erschwerte Selbstständigmachung und die Einschränkung im Betriebe
wirkten auf Verminderung der Coneurrenz und daun auf größeren
Wohlstand der Meister. Dieser Wohlstand mußte rückwirkend wie—
der dem Gewerbe zu Gute kommen, indem er den Meister be—
fähigte, sich gute Werkzeuge und einen Vorrath von Rohstoffen zur
zweckmäßigen Auswahl anzuschaffen. Auf diese Weise genossen auch
die Kunden die Vortheile mit.

So wurden durch die Zunfteinrichtungen zugleich technische und
sociale Vortheile von unberechenbarer Bedeutung gewährt.

Die corporative Verbindung verlieh überdieß dem Einzeluen
Kraft und gab ihm Selbstgefühl. Er fühlte sich als Glied eines
größeren Ganzen und erkannte sich dadurch in seiner Bedeutung für
das Ganze des bürgerlichen Lebens. Dadurch wurde das Gewerbe
selbst erhöht; es war eine Ehre, ein Handwerksmeister zu sein. Auch
hatte das Individuum überall die Unterstützung und den Beistand
seiner Genossenschaft zu erwarten. Nicht isolirt, sondern Glied eines
Ganzen, genoß es die Vortheile eines Ganzen.

Die Zunfteinrichtungen haben indessen im Laufe der Zeit zu
mannichfachen Ausartungen und Klagen Veranlassung gegeben. Die
Lehrlinge wurden von den Meistern oft mehr zu Hausarbeiten und
Gesindediensten als zur Ausbildung in ihrem Gewerbe benutzt.
Die Freisprechung derselben gab Veranlassung zu Trinkgelagen und
Ausschweifungen.

Das Wandern der Gesellen gab vielfach Gelegenheit zu einem
rägen vagabundirenden Leben. Die Verbindung der Gesellen
nachte es möglich, sich zum Widerstande gegen diejenigen zu ver—
einigen, welche sich ihren Wünschen nicht fügten. Die Meister

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