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einer Stadt benutzten ihre Verbindung, theils um Retorsionsrechte
gegen andere Städte zu üben, durch die sie die gemeinsamen In⸗
teressen für beeinträchtigt hielten, theils um keinen „Fremden“ unter
sich aufkommen zu lassen. Nur Meistersöhne, oder solche, die sich
herbeiließen, Meistertöchter, oder Wittwen von Meistern zu heira⸗
then, wurden zugelassen, alle andern aber zu sogenannten Muthe—⸗
meistern“ gebracht, und wenn diese ihnen während der Probezeit
das Meisterwerden noch nicht verleidet hatten, so ließ man sie
ein so unbrauchbares und kostspieliges Meisterstück anfertigen, und
besuchte sie während der Anfertigung desselben so oft, uuter dem
Vorwande der Beaufsichtigung, zum Frühstück, daß der neue Mei—
ster, wenn er auch alle diese Hindernisse überstanden hatte, kein
gefährlicher Mitbewerber mehr werden konnte.

Das Zunftwesen überhaupt artete aus, und entsprach auch sei—
nem eigentlichen Wesen nach nicht mehr dem Geist der neueren
Zeit. Der freie Mitbewerb, wurde mit Recht behauptet, sei die
natürliche Ordnung der Dinge sie sei schon um deswillen die Grund—
lage für die gewerbliche Entwicklung, weil er einem Jeden erlaube,
von seinen Fähigkeiten und Kräften denjenigen Gebrauch zu machen, wel.
chen er für angemessen erachte; er setze den Menschen in sein natürliches
Recht ein. Jeder müsse aber die Befugniß haben, seine Kräfte zu
seinem Nutzen zu gebrauchen, wenn er nur andern dadurch nicht
schade und zu nahe trete. Dadurch aber, daß Jemand strebe und
erwerbe, beeinträchtige er Niemand in seinen Rechten. Jeder
Andere könne ja ebenfalls von diesem seinem Rechte einen freien
Gebrauch machen.

Die volle Freiheit der Gewerbe sei zugleich für die Entwicke⸗
lung des Gewerbebetriebes selbst vortheilhaft; einerseits stachele sie
den Eifer der Gewerbetreibenden auf; Jeder suche den Andern zu
übertreffen. Dadurch würden die Waaren aufs Beste hergestellt.

Aus demselben Grunde suche jeder alle Vortheile des Betrie.
bes auf, mache Erfindungen und fördere dadurch den Fortschritt
des Gewerbes.

Das Publikum ziehe hieraus die größten Vortheile; denn durch