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werkstande auflegte, bot sie keine entsprechenden Rechte; denn daß
die der Genossenschaft angehörenden Meister das ausschließliche
Recht hatten, Lehrlinge zu halten, möchte schwerlich Jemand als
eine hinreichende Entschädigung für jene Lasten ansehen. Daß aber
sogar auch solche Genossenschaften noch Mitglieder fanden, die
Pflichten auf sich nahmen, welche der Commune mit vollem Rechte
zugewiesen werden konnten, ist ein Beweis, wie tief die Nothwen.
digkeit des Zusammenhaltens im Handwerksstand gefühlt wird.

Die Handwerksgenossenschaften können sich nicht darauf be—
schränken, die Nothleidenden aus ihrer Mitte zu unterstützen; denn
die Leiden des Handwerksstandes sind nicht beseitigt, wenn die
Pflicht, für. die nothleidenden Handwerker Sorge zu tragen, der
bürgerlichen Gemeinde abgenommen und auf die Mitgeuossen der-
selben übertragen ist; solche Genosseuschaften müssen vielmehr im
Stande sein, den Betrieb des Gewerbes selbst zu fördern, um da—
durch einestheils der Noth vorzubeugen, anderntheils die Mittel zu
gewinnen, der wirklich eingetretenen Noth mit Erfolg entgegen—
arbeiten zu können; sie müssen nicht blos gegenseitige Versicherungs—
gesellschaften, sie müssen zugleich Gewerbsgemeinschaften bilden.

Die Beschaffung von Capital und Credit, wie sie durch die
Association möglich ist, ist für die Hebung des Handwerks der
wesentliche Punkt. Wir wollen noch zubor, ehe wir diese Seite
hervorkehren, auf die Nothwendigkeit hinweisen, in die die jetzigen
Verhältnisse den Handwerker versetzen, sich eine bessere und höhere
Bildung zu verschaffen, als man gewöhnlich bei ihm findet.

Die alten Zunfteinrichtungen sorgten für die Ausbildung des
jungen Handwerkers durch Vorschrift einer Lehrzeit und das Wan.
dern der Gesellen. Allein wie die Bedürfnisse, so waren auch die
Bildungsmittel, welche die frühere Zeit besaß, weit weniger um—
fassend, als die der Gegenwart es sind. Damals mochte es sich
nicht nur als zweckmäßig, sondern selbst als nothwendig erweisen,
daß der junge Handwerker, nachdem er bei seinem Lehrmeister einen
üchtigen Grund gelegt hatte, die verschiedenen Arten, sein Gewerbe
zu betreiben, durch Wandern kennen zu lernen, und mit der tech⸗
nischen Bildung zugleich eine allgemeine Bildung sich zu verschaffen