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jungen Mann in den Stand zu setzen, seinem Gewerbe als Meister
ehrenvoll vorstehen zu können. Die Meister ließen daher ihren
Söhnen eine bessere allgemeine Bildung geben und kürzten dafür
die praktische Lehrzeit ab, so sehr, daß sie für dieselben das Vor—
recht in Anspruch nahmen, sie an einem und demselben Tage als
Lehrlinge ein. und ausschreiben zu dürfen. Wenn aber schon da—
mals für einen Handwerker, der ehrenvoll seinen Platz ausfüllen
sollte, eine andere Bildung für nöthig erachtet wurde, als eine bloße
praktische Uebung sie geben konnte, wie viel mehr ist dies jetzt noth⸗
wendig, wo von der Bildung des Handwerkers die praktische Uebung
nur noch einen Theil und kaum den wichtigeren Theil bildet!

Für den Handwerker, wenn er den Bedürfnissen der Zeit ent—
sprechend gebildet werden soll, ist daher neben seiner praktischen,
noch eine theoretische Bildung erforderlich. Diese kann aber nicht
der praktischen Bildung vorangehen und in sogenannten „Bürger
schulen“ erlangt werden; denn einestheils müssen die Handgriffe
des Handwerks früh geübt werden, weil sonst der Körper nicht
mehr die nöthige Bildsamkeit dazu besitzt, anderntheils erfordern die
verschiedenen Handwerke verschiedene Kenntnisse. Diese Kenntnisse
werden daher am Besten erworben in Anfstalten, welche ausdrücklich
für die Bildung des Haudwerkerstandes errichtet werden, so daß
entweder für alle jungen Handwerker einer Stadt, oder, in größeren
Städten, für die verwandten Handwerker, solche Lehranstalten be—
gründet werden.

Wenn dieser Unterricht ein integrirender Theil der Ausbildung
des Handwerkers werden soll, muß er nicht blos auf die Frei—
stunden des Sonntags berwiesen — was ohnehin nicht sehr zu
empfehlen ist — sondern regelmäßig mehrere Male in der Woche
ertheilt werden. Auch ist es nothwendig, daß die Lehrherren selbst
ein Interesse daran nehmen, und es ihnen sogar zur Pflicht gemacht
werde, daß ihre Zöglinge regelmäßig und ordentlich die Anstalten
besuchen.

Uebrigens sollen solche Bildungsanstalten nicht blos für die
Lehrlinge eingerichtet sein, sondern sollen auch dem Gesellen die
Möglichkeit bieten, seine Kenntnisse zu erweitern und sich zu ber⸗