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Handlungen verfolgt, während gerade der Verbrecher einer neuen
bürgerlichen Umgebung bedarf. Statt wieder eine Zukunft, eine
sittliche und bürgerliche Wiedergeburt zu finden, wird er von Neuem
dem Verbrechen in die Arme gejagt. Das Shstem ist eine Ver-
sündigung des Staats am Individuum und an der Civbilisation; es
überliefert die zahlreiche Klasse gefallener Menschen nicht nur einem
moralischen Vernichtungskampfe, sondern macht sie auch zu den ge—
fährlichsten Feinden der öffentlichen Moral und vermehrt dadurch
die Entfittlichung der ganzen bürgerlichen Gesellschaft.

Also keine Beschränkung der Freizügigkeit durch Unbescholten—
heitszeugnisse!

Was nun bedeutet ferner: Nachweisung „zureichenden Vermö—
gens“, der Unterhalts. oder Erwerbsfähigkeit“ der neuen Ansiedler?

Ein reicher Verschwender ist für eine Gemeinde gefährlicher
als ein fleißiger tüchtiger Arbeiter, ein intelligenter Techniker fur
die Zukunft einer Gemeinde nützlicher als ein boruirter Capitalist.
Ob das vorgezeigte Vermögen wirklich Eigenthum des Ansiedlers
sei, ist auch nicht mit der größten Sicherheit bei der heutigen Pro—
teusnatur des beweglichen Vermögens festzustellen. Man kann
wohl sagen, daß da, wo in Partieularstaaten die Bedingung des
Vermögensnachweises gestellt ist, oft die Hälfte der Fälle per krau-
dem legis sich abwickelt. Wird ein Vermögensquantum für alle
Ansiedler, gleichviel wes Standes sie sind, wie groß ihre Familie
ist, stipulirt, so reicht die Bedingung nicht zu; wollen aber die
conereten Verhaͤltnisse ins Auge gefaßt werden, so muß man die
Gemeinden nach kurzsichtigen, engherzigen und bestochenen Beweg
gründen schalten und walten lassen; an die Stelle des Rechts tritt
alsdann die reine Willkür der Kirchthurmsanschauungen und die
Freizügigkeit sitzt im Käfige des Gemeindesäckels. Fordert man
endlich den Beweis der Arbeitsfähigkeit, so läßt dies zwar aller
körperlich gesunden Arbeiterbevölkerung die freie Verwerthung ihrer
Arbeitskraft; allein auch der Begriff der körperlichen Gesundheit ist
ein sehr dehnbarer, und ferner wird dabei einem gesunden Bein
und einer starken Faust mehr bertraut, als den unwägbaren Eigen-
schaften des Fleißes und der geistig schöpferischen Begabung.