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Wenn wir uns nun das Verhältniß klar machen, welches bei
Freiheit des Handels in Rußland stattfinden würde, so stellte sich
uns folgendes Bild dar.

Allen Fabrikaten fremder Länder wäre die zollfreie Einfuhr
gestattet, diejenigen, welche in Rußland selbst fabrizirt werden, dien⸗
ten als Sporn der inländischen Fabriken, und sehr bald würde
deren Einfuhr aus den natürlichen Gründen, daß die russischen
Fabrikate besser, oder mindestens wohlfeiler wären, von selbst unter⸗
bleiben. Wohlfeiler müßten diese Artikel schon deshalb in Rußland
sein, weil ihnen die Kosten des Transports nicht zugerechnet werden
dürften. Die in Rußland nicht fabrizirten Artikel müßten ebenfalls
zollfrei eingehen; dadurch würden die russischen Unterthanen diese
Waaren um so billiger erhalten und in den Stand gesetzt sein, die
ihnen aufzulegenden direkten Steuern desto leichter zahlen zu können.
Zu diesen direkten Steuern könnten dann Kaufleute und Fabrikanten
durch eine direkte Gewerbesteuer angemessen beitragen und würden
es gerne thun, wenn sie nur ungehemmt im Betriebe wären.

Auf welche ungeheure Weise würde nun die Cultur Rußlands
steigen, wenn alle Kräfte fessellos in den Grenzen der Vernunft,
oder, was dasselbe ist, im naturgemäßen Gange sich immer freier
und freier entwickelten!

Wenn wir uns in Europa umsehen, wie weit die verschiedenen
Länder sich durch den Schutzzoll absperren, und wie weit sie dem
Freihandel sich nähern, so müssen wir zwischen dem Prohibitib-
system, dem Schutzzollsystem und dem Finanz-Sollsystem unterscheiden.
Nach dem letztgenannten werden die Zölle in der Höhe aufgelegt,
daß sie der Staatskasse soviel wie möglich abwerfen, d. h. daß so
diel Waaren als möglich die Zollgrenze passiren. Dieses System
zxistirt in England, Holland, Mecklenburg, Toscana, Griechenland,
in der Türkei, der Schweiz und in den Hansestädten. In den bei—
den letzten Staatsgruppen sind die ZSölle so niedrig, daß sie sich
dem ganz freien Handel nähern und die Staatskasse noch mehr in—
direkt durch die Belebung des Verkehrs, als direkt durch die in den
Augen der Finanzwelt fast zu niedrigen Zölle sich bereichert.

Beim Prohibitivsystem (bis vor wenigen Jahren in Spanien