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richtet Fr. 3. 30, Drehseide und Seidengarn eben so viel, Baum-⸗
wollentücher und Tüll, halbseidene Stoffe, feine Strohgeflechte,
Seidenzeuge, Uhren und Uhrenbestandtheile 8 Franes, ein Eingangs-
zoll, der gewiß bei dem hohen Werthe und dem durchschnittlich sehr
geringen Gewicht dieser Gegenstände nicht als Schutzzoll betrachtet
werden kann, mit dem erwähnten, gegenüber anderen Beträgen
immerhin erheblichen Satze jedoch um deswillen angenommen wurde,
weil auch jene Waaren großentheils nicht von Armen, sondern als
Luxusgegenstände von den Wohlhabenderen, welche eine Preisstei-
gerung von 8 Francs per Centner sich gern gefallen lassen, aus
dem Auslande bezogen werden.

Wie ganz anders stellen sich die Zölle für solche Waaren nach
dem deutschen Zollvereinstarife heraus! Baumwollengarn ist mit
3 Thlr. baumwollene Stuhl. und Strumpfwaare mit 50 Thlr. per
Centner, Seide und Seidenwaare mit 8, 11, 55 und 110 Thaler
angesetzt; überall, wo man die heimische Industrie schützen zu müssen
glaubt, steigen die Sätze auf 10, 50, 60 und 100 Thlr. per Centner,
Sätze, die bei den meisten Gegenständen in ihrer Wirkung einer
Prohibitivmaßregel ganz gleich kommen.

Die Anhänger der Schutzzölle und Repressalien werden das
Beispiel der schweizerischen Handelspolitik nicht gegen sich gelten
lassen; sie werden sagen: die kleine Schweiz kann schon gar nicht
anders, als ihre Thore den Nachbarstaaten und deren Handel öffnen;
denn thäte sie das nicht, so würden ihr alle Nachbarmärkte sofort
verschlossen und alle möglichen Repressalien gegen sie in Anwendung
gebracht werden.

Wahrlich, nicht die Furcht, sondern der Vortheil und die Klug—
heit machen die Schweizer zu Freihändlern.““ Vor welcher weiter—

*) Die Sitzung des Nationalraths vom 31. Januar 1860 liefert hierfür
den neuesten Beweis. In dieser Sitzung wurde der Bundesrath interpellirt
wegen der Unterhandlungen mit Belgien, betreffend die dortigen Differential—
zölle, welche z. B. die schweizerischen Seidenbänder mit 12 Fres. das Kilo—
gramm, die französischen nur mit 43 belegen. Der Bundesrath konnte keine
erfreuliche Auskunft geben; es seien fortwährend Unterhandlungen betrieben
worden, ohne daß man von Belgien mehr als täuschende Versprechungen er—
halten habe; in letzterer Zeit sei man sogar ohne Antwort geblieben, so daß