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daß die Ausfuhr die Einfuhr übersteigt, so haben wir die Han⸗
delsbilanz zu unseren Gunsten gewendet, und der Ueberschuß ist
haarer Gewinn oder wirklicher Zuwachs des Nationalreichthums.“

Die Geldfrage, sagen Andere, die sich nicht im Stande fühlen,
die Gegner des Mercantilsystems zu widerlegen, mag in der zwei⸗
ten Linie bleiben. Es handelt sich vor allem um die arbeitenden
Klassen, um den Kern des Volkes. Was wären sie, wenn die
Concurrenz des Auslandes ungehindert walten könnte? Die ein⸗
heimische Industrie ginge zu Grunde. Darum ist es die Stimme
der Pflicht, wie des Nutzens, welche Schutz für vaterländische
Arbeit begehrt.

Dieselbe Forderung wird auch mit der Hinweisung auf die Ver—
hältnisse zu anderen Völkern unterstützt. Durch das Kaufen vom
Auslande werde man demselben tributär; wahrhaft unabhängig sei
man doch nur, wenn man Alles, was man braucht, selbst hervor⸗
zubringen vermöge, es liege daher die Ausschließung der fremden
Waaren im Interesse der nationalen Unabhängigkeit.

Neben diesen Freunden des Schutzzolls ‚auf immer“ giebt es
aber noch andere, welche denselben nur als ein System des Ueber—
gangs empfehlen. Deutschland z. B. bedürfe der Schutzzölle gegen
—
Erstarkung zu verschaffen, und gegen die französische Abschließung,
um ein durch Ehre und Selbsterhaltung gebotenes Gegenrecht aus -
zuüben, und um die Annäherung an einen freieren Zustand durch
Gegendruck zu erzwingen.

Wenn die Lehre von der Handelsbilanz wahr ist, oder wenn
wirklich ein Land durch die Ausfuhr reich und durch die Einfuhr
arm wird, und also je nach dem Ueberschuß der einen oder der
andern gewinnen oder verlieren muß, so läßt sich die Zu. oder Ab
nahme des Volksbermögens eben so leicht angeben als willkürlich
regeln. Was bedarf es mehr als genaue ZSolltabellen und möglichst
strenge und vollständige Einfuhrverbote?

Aber mit diesen Annahmen stehen die Thatsachen gar zu wenig
im Einklang. Auch die unerschütterlichsten Freunde der Handels-
bilanz müssen bekennen, daß die Ergebnisse auf dem Papier weit